Samstag, 31. Mai 2014

Commons random files: Stadion Śląski im Bau

Nachdem der letzte Blogpost so erfolgreich war und zur Übersetzung des Artikels Boleslav Markowitsch für die deutschsprachige Wikipedia führte (danke @Cornelius) lohnt sich wohl eine Fortsetzung der Commons random files - hier also Teil 2:

Das Stadion Śląski im Bau (Renovierung 2012)

(Bild: Sikorka, CC-by-sa, Bildbeschreibung)

Das Stadion Śląski, auf deutsch "Schlesisches Stadion", ist ein Sportstadium mit fast 56.000 Zuschauerplätzen in der oberschlesischen Stadt Chorców in Polen, das unter anderem für Fußballspiele der polnischen Nationalmannschaft und Speedway-Rennen genutzt wurde und wird. Auch Konzerte und andere Großveranstaltungen finden in dem Stadium statt. Es wurde 1956 fertig gestellt und am 22. Juli durch ein Freundschaftsspiel der polnischen Nationalmannschaft gegen die Nationalmannschaft der DDR eingeweiht.

Das Bild entstand offensichtlich bei einer Renovierung und Modernisierung des Stadiums im Jahr 2012.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Commons random files: Das Grab von Boleslav Markevich

Als seichten Einstieg bietet sich sicher ein Bilderblog an - so sei es nun. Ich denke, ich werde in näherer Zukunft immer mal wieder ein Zufallsbild aus den commons vorstellen.

Warum? Weil ich tatsächlich überrascht bin, dass mir bei einer Zufallsauswahl weitgehend echt nette Perlen gezeigt werden und sich der "Schrott" dabei wider Erwarten in Grenzen hält. Zugegegen sind es auch nicht alles exzellente Bilder - aber vorzeigbar sind sie allemal. Hier also mal ein Start einer neuen Serie:

Das Grab von Boleslav Markevich:

Grab des Schriftstellers Boleslav Markevich 
(Foto: Щербаков4, CC-by-sa 3.0, Bildbeschreibung)


Das Grab des russischen Schriftstellers Boleslav Markevich (en) befindet sich auf dem Nikolskoe-Friedhof (fr)in Sankt-Petersburg, der neben Markevich als letzte Ruhestätte einiger weiterer prominenter Personen dient, darunter etwa dem Geophysiker Golizyn, dem Botaniker Korjinski (fr) und dem Orientalisten Turajew. Markevich lebte von 1822 bis 1884 und war ein Romanautor, Essayist, Journalist und Literaturkritiker, dessen Hauptwerk, eine Romantrilogie deren dritter Teil nciht mehr vollendet wurde, mit dem Werk Tolstois verglichen wurde.

P.S.: Länderbezeichnungen hinter Links geben die Sprache der jeweilig angelinkten Wikipedia-Artikel an. Der Standard ist dabei die deutsche Wikipedia - allerdings gibt es weder zu Markevich noch zu Korjinski und dem Friedhof einen deutschsprachigen Artikel. In den Fällen wurde auf die englische oder französische Wikiepdia ausgewichen, da der Autor dieser Zeilen und wahrscheinlich die meisten Leser des Russischen nciht mächtig sind). 

Für die Wikipedia-Autoren (und diejenigen, die es noch werden möchten) unter den Lesern: Vielleicht habt ihr ja Lust, die noch fehlenden Artikel in der deutschsprachigen Wikiepdia anzulegen?


Mittwoch, 28. Mai 2014

Zuletzt veröffentlicht am 31.01.2013

Vielleicht wäre es Zeit, dieses Blog auch mal wieder zu reanimieren. Themen gäbe es ja genug, nur an Lust und Zeit hapert es meist ....

Donnerstag, 31. Januar 2013

Ein Asteroid namens ... Wikipedia

Der Einfachheit klaue ich mal den neuen Wikipedia-Artikel:

(274301) Wikipedia

(274301) Wikipedia ist ein Asteroid des Hauptgürtels, der am 25. August 2008 um 22:47 Uhr UTC am 2001 erbauten privaten Observatorium im ukrainischen Andruschiwka (IAU-Code A50) entdeckt wurde.
Der Asteroid ist nach dem Onlinelexikon Wikipedia benannt. Der Vorschlag des Namens kam vom Vorstandsmitglied der Wikimedia Ukraine, Andrij Makucha.Eingereicht wurde der Vorschlag vom Inhaber des Observatoriums, Jurij Iwaschtschenko. Am 27. Januar 2013 wurde der Name von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) einstimmig akzeptiert und veröffentlicht.

(Artikel: Gereon K., Versionsgeschichte, CC-by-sa 3.0)


 

Samstag, 21. Juli 2012

Der Mann am Meer


Source: Taxiarchos228, Free Art License

Mennesket ved Havet (Der Mann am Meer):
Eine neun Meter hohe Skulptur aus weißem Beton von Svend Wiig Hansen nahe Esbjerg, Dänemark.

Mittwoch, 18. Juli 2012

ORF berichtet über die Wikimania und WikiTV

Der österreichische, öffentlich-rechtliche Sender ORF berichtete gestern in den Spätnachrichten sowie heute im Ö1-Radiojournal über die Wikimania und WikiTV. Bis 24./25. Juli sollten die Beiträge unter http://tvthek.orf.at/programs/1211-ZIB-2/episodes/4340803-ZIB-2/4341085-Wikipedia-Kongress-in-Washington ( ZiB2-Beitrag vom 17.07.2012, 22 Uhr) bzw. http://oe1.orf.at/programm/307470 (Ö1 Mittagsjournal vom 18.07.2012, 12 Uhr) abrufbar sein. Zu Wort kommen unter anderem Manuel Schneider (WM-AT), Holger Motzkau (WM-SE) und Olaf Kosinsky (WM-DE). Thematisiert wird unter anderem auch der fehlende Zustrom neuer Autoren.


Sonntag, 15. Juli 2012

Bildfilter vom Tisch, Board rudert zurück

Das Wikipedia/Wikimedia-Jahr 2011 war geprägt von der Diskusion um die Einführung eines potenziellen Bildfilter. Mit diesem Tool sollten kontroverse Bilder, vor allem Bilder mit umstrittenen Inhalten in den Bereichen Sexualität und Religion, ausblendbar sein. Hintergrund der Diskussion war eine Resolution des Boards der Wikimedia Foundation und der Auftrag an die Geschäftsführerin Sue Gardner, die Entwicklung eines solchen Tools voranzutreiben. Nach langen Diskussionen, viel Protest vor allem in der deutschsprachigen Wikipedia und jeder Menge zerschlagenem Porzellan steht nun fest: Der umstrittene Bildfilter ist vom Tisch.

In seiner Sitzung am 11. Juli 2012, am Rande der Wikimania in Washington D.C., beschloss das Board auf Druck der Communities, seine Resolution zum Bildfilter zurückzuziehen. In einer neuen Resolution verabschiedete das Board, den Auftrag zur Entwicklung des Bildfilters zurückzuziehen und damit dem Ergebnis der Communitybefragung zu folgen. Die Entscheidung hierzu wurde von allen Mitgliedern des Board mit Ausnahme von Jimbo Wales getroffen, der sich dagegen aussprach.

Dienstag, 24. Januar 2012

Irrelevant: Das 61. Todesopfer der Rallye Dakar †

Den folgenden Artikel habe ich am 4. Januar anlässlich des tödlichen Sturzes des Rennfahrers Jorge Andrés Martínez Boero bei der Rallye Dakar 2012 in der deutschsprachigen Wikipedia angelegt. Über den Tod wurde international in allen wichtigen Medien berichtet, Artikel entstanden parallel in allen großen Wikipedias.

Am 22. Januar wurde der Artikel wegen Irrelevanz gelöscht, einen Tag später wurde die Irrelevanz der Person ohne Eingehen auf irgendwelche Argumente bestätigt ....

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Jorge Andrés Martínez Boero (* 3. Juli 1973 in Buenos Aires; † 1. Januar 2012) war ein argentinischer Motorradrennfahrer, der an der Rallye Dakar in den Jahren 2011 und 2012 teilnahm. Am 1. Januar 2012 starb er bei einem Unfall bei der Rallye Dakar 2012 auf der ersten Etappe.

Jorge Andrés Martínez Boero war der Sohn des argentinischen Rennfahrers Jorge Martínez Boero. Bei der Teilnahme an der Rallye Dakar 2011 schied er in der fünften Etappe in der Atacamawüste in Chile aus. Grund hierfür war ein Sturz kurz vor dem Etappenziel Iquique, bei dem sein Mottorrad zu Schaden kam und er nicht mehr weiterfahren konnte.

Bei der Rallye Dakar 2012 erlitt er bereits in der ersten Etappe nach etwa 55 Kilometern von Mar del Plata nach Santa Rosa de Toay zwischen Las Grutas und der Ortschaft Energía einen Sturz, der zu schweren Verletzungen führte. Er starb an einem Herzstillstand auf dem Transport im Rettungshubschrauber. Er ist damit das 61. Todesopfer der Rallye Dakar seit 1978.

Belege
* Fahrerprofil auf www.dakar.com (spanisch)
* Dakar Rally: Argentine Jorge Martínez Boero dies in accident. Buenos Aires Herald, Januar 2012.
* Schwarzer Start - Motorradpilot stirbt bei Dakar. Stern.de, 1. Januar 2012.

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Neben mir waren die folgenden Benutzer durch meist kleine Beiträge an der Artikelentstehung beteiligt: Onkelkoeln, Quasma, Rita2008, NiTenIchiRyu, Pitlane02, PM3 und 87.102.162.22.

Dienstag, 3. Januar 2012

Noch ein Jahresrückblick

Ich habe schon als ich im Dezember von meiner letzten Reise zurück kam gedacht, daß ich das Jahr mal aufarbeiten müßte. Aber eine rechte Plattform habe ich nicht, was ich vor allem bedauerte, nachdem ich Lyzzy, Achim und Southpark ihre Jahresberichte publizieren sah. Aber danke an Achim, ich kann es hier machen.

JANUAR - MAI

Zunächst begann das Jahr relativ ruhig. Die ersten vier Monate war ich mit Boris damit beschäftigt, das Buch zum 10jährigen Wikipedia-Jubiläum zusammen zu bekommen. Eine zeitweise anstrengende, aber auch sehr interessante Arbeit.

Höhepunkt des Januars war zweifelsohne das eigentliche Jubiläum, 10 Jahre Wikipedia. Und ich kann es selbst kaum glauben, ich war fast genau sechs der ersten zehn Jahre dabei. Höhepunkt des Höhepunktes war die große Jubiläumsfete in Berlin, auch wenn sie nicht ganz mein Fall war. Aber mit Christoph Demmer konnte ich die erste mir noch unbekannte Legende des Projektes im letzten Jahr kennen lernen. Es folgten noch mehrere.

Die Außerordentliche Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland wurde weniger kontrovers als erwartet. Was sicher auch daran lag, daß der Hauptanträger von den Personen, die ihn in die erste Reihe gedrängt hatten, um nur selbst keinen Schaden zu nehmen, im Regen stehen gelassen wurde. So kann man Engagement auch zerstören.

Im März war die reguläre Mitgliederversammlung. Wie immer lief vieles, aber nicht alles so, wie ich es wollte.

Der Mai und Anfang Juni brachten zwei Veranstaltungen aus dem Bereich "Wikipedia muss Weltkulturerbe werden". Zunächst der Hackathon in Berlin, dann eine Veranstaltung im Technikmuseum Berlin. Und das nachdem ich mit dem Hexer gerade erst von einer Verbesichtigung aus Göttingen für "Wikipedia trifft Altertum" zurück kam und während der Rückfahrt mein Auto kaputt ging.

JUNI

Im Juni begann mein eigentliches Wikimedia-Jahr. Am 10./11. Juni fand in Göttingen "Wikimedia trifft Altertum" statt. Mit einem Erfolg, den wir drei Organisatoren uns nicht im Traum erhofft hätten und mit Kontakten, die nachwirken. Ein halbes Jahr Organisation trug Früchte und ich kann mich hier nur noch einmal mehr bei allen bedanken, die zum Gelingen beitrugen und die teilnahmen.

JULI

Der Juli brachte meine Teilnahme an der Ständigen Ägyptologenkonferenz in Leipzig. Dort war ich als Wikipedia-Vertreter, nicht zuletzt, weil inhaltlich mit der Geschichte der Ägyptologie ein mir wichtiges Thema zentrales Thema war. Daneben war ich im Ägyptischen Museum der Universität und auch in der Antikensammlung, Letztere habe ich für Wikipedia auch nahezu komplett abfotografiert. Ein weiterer Termin führte mich auf der Tour nach Halle, wo ich den Kurator der Unisammlung, Stefan Lehmann, traf und von ihm eine Führung durch die Sammlung im Robertinum bekam.

Die CPB-Blase platzte. Die Kritik war durchaus berechtigt, die Form war es nicht. Und mit Achim und Lyzzy gingen meiner Meinung nach auch die Falschen. Einmal mehr schmerzte die Einsichtslosigkeit Sebastians, der einfach nicht sieht, wenn er fette Böcke schießt. Damit macht er all das kaputt, was er selbst aufgebaut hat. Denn Fakt ist, daß er wirklich vieles Gutes angestoßen hat. Nicht alles. Aber Einiges. Enttäuschend war auch Annekes Rückzug. Wer mit so viel Vertrauensvorschuß der Comunity ausgestattet war, hätte nicht auf diese Art gehen dürfen. Die problematischste Rolle hatte aber Olaf inne. Als Mitglied beider beteiligter Gremien hätte er das Bindeglied sein sollen. Diese Aufgabe hatte er nicht im Ansatz ausgefüllt und war deshalb für mein Dafürhalten das eigentliche Problem in der Sache. Zumal ich nicht verhehlen kann, daß hier Politik gespielt wurde.

AUGUST

Der wikimedianische Jahreshöhepunkt wurde natürlich die Wikimania in Haifa, für die ich dankenswerter Weise ein Stipendium bekam. Es wurde meine erste Wikimania. Viele gute Gespräche, praktische inhaltliche Gewinne für meine Wikip/media-Arbeit und ein interessantes Land. Top organisiert war die Veranstaltung und man merkte, daß uns Haifa wirklich Willkommen hieß. Aber spätestens in Haifa merkte ich, daß mir die Entfernung zwischen Foundation und den Wikimedia-Projekten sehr groß war. Und ich meine nicht den Vorsitzenden des Boards. Ting Chen war - wie auch unser Arne - einer der Wenigen aus der Führungsebene des Vereins, mit dem man sprechen kann. Auch wenn ich über seine Rolle (so wie ich sie zumindest wahr nehme) in der Bildfilterfrage nicht erfreut bin, ist er dennoch ein angenehmer Mensch. Andere Boardmitglieder schwebten über die Veranstaltung, von der Chefin gar nicht anzufangen. Die Abschlußveranstaltung hatte etwas vom Gottesdienst eines Fernsehpredigers. Die Wikimedia-Jünger jubelten Gott Jimbo zu, es war - schrecklich. Zumal er dasselbe sagte wie schon seit Jahren: nichts. Und bei der Wikimania war spätestens der Moment, wo mir das Geheule wegen falscher Zusammensetzung der Autorenschaft (vulgo: Gendergap) aus den Ohren quillte. Aber man kam an Sue Gardners Lieblingsthema nicht mehr vorbei.

Ja. Wir haben gepennt, was den Bildfilter angeht. Man hätte sich informieren können. Aber ganz ehrlich: weder war mir der Umfang der Sache klar, noch die Dringlichkeit. Denn im Allgemeinen ist die Foundation, man denke an SUL oder die gesichteten Versionen, nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt. Aber wenn die Foundation die Spenden in den USA gefährdet sieht, wird sie offenbar schnell. Mir macht das Sorgen, wenn sich die Foundation immer wieder nach dem Geld dreht, als wäre sie eine Pflanze auf der Suche nach Sonne. So oder so - trotz Sues Trotz haben wir es über die Monate offenbar geschafft den Filter zu verhindern - gut so!

SEPTEMBER

Wiki Loves Monuments! Was für eine Aktion! Wenn sie will, kann die Masse gut zusammenarbeiten und auch neue Mitarbeiter motivieren. Und das über Ländergrenzen hinweg. Mehr als 160.000 Bilder wurden in Europa von Baudenkmalen gemacht und auf Wikimedia Commons hoch geladen. Man muß einfach nochmal die Organisatoren in den Niederlanden und in Deutschland (Elya und Cirdan) loben. Ich habe mich mit Bildern aus meiner Heimatregion beteiligt und mich mit einem Bild völlig überraschend für mich unter den besten 100 platziert. Das motiviert dann doch...

WikiCon in Nürnberg. Mein Workshop zu "Wikimedia trifft als Konzept einer Veranstaltungsreihe" zog nun nicht die Massen, 4 Leutchen waren wir. Aber immerhin macht eine überschaubare Masse an Teilnehmern flexibel. Insgesamt einmal mehr ein erfreuliches Treffen, mit Rax traf ich meine zweite "Legende" in dem Jahr. Auch Flominator konnte ich endlich, nach Jahren, einmal treffen. Unerfreulich im Nachgang: ein Teilnehmer meinte, mich aufs übelste auf seinem Blog nach der Veranstaltung nieder machen zu müssen. Naja, manchmal ist es eben eine Frage des Charakters. Seit ich aus Nürnberg zurück bin, wohne ich auch nicht mehr allein.

Der Verein tritt mit einer Reise durch fünf Städte auf und stellt das Finanzkonzept für 2012 vor. Sehr sinnvoll, denn erst hier verstehe ich, was mir schriftlich noch spanisch vorkam.

Auf Einladung der Gerda Henkel Stiftung war ich Teilnehmer der ".hist 2011". Dazu habe ich mich dort geäußert: Die Sache mit der Deutungshoheit.

Und nicht zu vergessen: das Buch ist da! "Alles über Wikipedia". Am 24. September die Book-release-Party in Berlin. Hier saß ich das erste mal auf einem Podium. Interessant, das mal von der anderen Seite des Raumes zu sehen. Mit Volker Fadinger und Ulrich Waack zwei mir sehr liebe Wikipedianer dort getroffen.

Achja - meine Adminwiederwahl war auch. Nach drei Tagen waren die verlangten 25 Wiederwahlstimmen da, auch wenn außer persönlicher Abneigung kein Argument gegen mich vorgebracht werden konnte. Somit war sie Wahl auch weitaus unproblematischer als alle zuvor, wenngleich wie immer unschöne Begleiterscheinungen abliefen. Leider können manche "Mitarbeiter" nur mit schlechtem Stil und miesen Mitteln ...

OKTOBER

Jawoll! In Italien merkt endlich eine Comunity, was unser Projekt für eine Macht hat und hilft mit seiner Selbstabschaltung mit, ein Berlusconisches Medienknebelgesetzt zu verhindern. Weiter so!

Meine Teilnahme am Schreibwettbewerb beschränkte sich dieses Mal auf die Jurytätigkeit, die mich nach Hamburg führte. Einmal mehr ein interessantes Jurytreffen mit erlebt. Und mit dem Massaker von Katyn hatten wir einen würdigen Gewinner.

NOVEMBER

Wieder eine Einladung der Gerda Henkel Stiftung am Monatsbeginn zur Gerda Henkel Vorlesung von Hermann Parzinger. Mit Lyzzy habe ich einen sehr interessanten Abend verbracht. Diesen Ausflug nach Düsseldorf nutzte ich, um meinen geliebten Kölner Stammtisch zu besuchen und auch um einen Abstecher nach Bonn zu machen, um mir dort die ägyptologische Sammlung und das Akademische Kunstmuseum anzusehen. Auf dem Stammtisch traf ich mit Tsor auf meine dritte Legende im Jahr 2011. Auf dem Rückweg fuhr ich erstmals auf der A2 in Hannover ab - Kestner Museum! Den Leiter der ägyptologischen Sammlung, Christian E. Loeben lernte ich in Göttingen bei "Wikipedia trifft Alterum" kennen. Es wurde Zeit, mal vorbei zu schauen.

Und zwei Wochen später war ich erneut da. Erst ins Museum fotografieren, dann auf die Jubiläumsbuchlesung in der Hannoveraner Leibniz-Bibliothek. Erneut saß ich auf dem Podium, bei einer wunderbar entspannten Veranstaltung mit einem interessierten Publikum. Und danach? Klar. Wieder das Auto kaputt. Aber der Tag danach brachte die dritte, nun zweite reguläre, Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland. Erstmals in Hannover. Da das Auto nicht mehr wollte, konnte ich den zweiten Tag nicht mehr da sein und konnte Sue Garnder nur über das Internet verfolgen. Verpasst habe ich nichts. Und auch der selbsternannte größte Kritiker der Foundation griff nicht ein, als Sue ihre Show abzog und Fragen nicht beantwortete.

Vorher war ich in Berlin bei der Tagung "Transformatio Nummorum", bei der es an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften um die Antike Numismatik in der Frühen Neuzeit ging. Dabei traf ich einen meiner früheren Professoren, Henning Wrede, wieder, der jetzt auch endlich ein Bild in der Wikipedia hat.

DEZEMBER

Anfang Dezember war ich auf meiner zweiten "Dienst"-Auslandsreise. Nun in Amsterdam, GLAMcamp. Eigentlich sollte hier an den Möglichkeiten des GLAMs, der Zusammenarbeit der Wikimedia-Projekte mit GalleriesLibrariesArchivesMuseums besprochen werden. Viel kam aber leider nicht heraus. Zu wenig striktes Program, zu wenig war vorher klar, was die Veranstalter erreichen wollten. Schade, Chance vertan. Dann müssen wir eben in Deutschland 2012 unsere eigenen Strategien entwickeln.

Auf der Rücktour stoppte ich nochmals in Düsseldorf bei der Gerda Henkel Stiftung, wo ich eingeladen war, am Expertenchat L.I.S.A.live "Wikipedia trifft Geschichtswissenschaft" teilnehmen durfte.

Abschluss des Jahres wurde die Unterstützung der Lehrveranstaltung von Professor Bernhard Weisser vom Berliner Münzkabinett, der seinen Studenten auch die Chance gibt, ihre Arbeit als Wikipedia-Artikel zu gestalten. Auch Professor Weisser ist ein Kontakt von "Wikipedia trifft Altertum".

WIKIPEDIA-ARBEIT 2011

Es war irgendwie ein lahmes Jahr. Mein Jahresabschluß 2010 stand bei 4500 gestarteten Artikeln. Mein Orientierungspunkt war für 2011 die 5000 zu schaffen, was ich aber verpasst habe - um 12 Artikel. Mit ‎Christian Hofer habe ich dieses Ziel 2 Tage später dann doch geschafft. Dennoch nicht ein ausgezeichneter Artikel im ganzen Jahr. Allerdings zieht mich auch nicht mehr viel zu den Auszeichnungskandidaturen.

Lange Zeit war der Wintersportbereich ein Rückzugsort für mich, wenn es an anderen Stellen des Projektes nicht mehr so funktionierte. Leider ist das mittlerweile auch zerstört. Erst auf die Bitte externer Personen habe ich nach einer Auszeit überhaupt wieder begonnen, weiter zu arbeiten, um dann wenig später erneut von einem Löschnerver behindert zu werden. Und anders als es früher der Fall war, hielt der Bereich nicht mehr zusammen. Es reicht manchmal ein egoistischer, eitler Mitarbeiter, um alles zu sprengen. So bleibt nur der Ausstieg und die Arbeit für mich allein.

Der Bereich Antike brachte die Komlettierung der Artikel zu allen derzeitigen Lehrstuhlinhabern im Bereich der Klassischen Archäologie in Deutschland, nachdem 2010 schon für den Bereich der Professoren in der Alten Geschichte die Fertigstellung brachte. Auch das Projekt der Skulpturen im Archäologischen Nationalmuseum von Athen ging voran, auch wenn noch viel zu tun ist.

AUSBLICK

Was bringt 2012?

* intensiveres Voranbringen des "Wikipedian in Residence" und damit des GLAM-Projektes
* "Wikipedia trifft Museen" und "Wikipedia trifft Orient" sollen "Wikipedia trifft Altertum" fortsetzen.
* Wikimania in Washington
* meine Artikelprojekte sollen weiter voran schreiten, der WikiCup soll mich dazu zwingen, auch mal wieder in die Spitze zu arbeiten.

Zum Abschluß ein Dank. An alle produktiven Mitarbeiter der Wikimedia Projekte, in welcher Form auch immer. Und an alle externen Freunde, vom DAI, der Henkel Stiftung, der Museumsinsel in Berlin, der Humboldt-Universität, dem Kestner-Museum und der Leibnitz-Bibliothek in Hannover, den Altertumswissenschaften an der Universität Göttingen und, und, und.

Bilder: Book-release-Party: DerHexer (cc-by-sa-3.0); Wikipedia trifft Altertum: Raymond Spekking (cc-by-sa-3.0); Dorfkirche Lichtenow: Marcus Cyron (cc-by-sa-3.0)

Samstag, 31. Dezember 2011

6033

Vorweg eine Warnung an alle Nicht-Wikipedianer:
Der folgende Text könnte euch maßlos langweilen, denn er wird genau das enthalten, was drübersteht: Einen furztrockenen Jahresrückblick eines Wikipedianers, mit vielen für euch sicher anödenden Passagen und Interna - vielleicht solltet ihr also statt hier weiterzulesen doch lieber einen Spaziergang zum nächsten netten Café machen ... Falls nicht: Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Achya: Parallel zu diesem Blog haben sich auch lyzzy und southpark aufgemacht, das Jahr 2011 wikipedianisch rückblickend zu betrachten; daher auch der komische Name: 3 mal 2011 macht ... 6033. Ihr findet sie unter 6033 und 6033.

Ob ich jetzt alles Wichtige erfasst habe - ich weiß es nicht. Nun denn, beginnen wir doch gleich am Anfang, beim Januar ...

Januar
Gleich Anfang Januar ein Highlight: eine Einladung der Wikimedia Foundation bringt mich in das fast frühlingshafte San Francisco, wo ich als externer Beobachter des Wikimedia Ambassador-Programms teilnehmen und ein paar interessante Tage verbringen durfte - gemeinsam mit dem Outreach Team von Frank Schulenburg und drei weiteren sehr netten internationalen Beobachtern aus Israel, Schweden und Brasilien. Abseits des Wikimedia-Umfelds wird der Besuch des San Francisco Museum of Modern Art zu einem Highlight.

Die ersten Monate 2011 standen ansonsten vor allem im Schatten der Vereinsaktivitäten für den Wikimedia Deutschland e.V. Hier war ich seit September Vorstandsreferent für den Bereich Qualität und unterstützte so den damals aktuellen Vorstand sehr aktiv bei den Beratungen zu den Zielsetzungen für das kommende Jahr. Gerade zu diesem Zeitpunkt schwebte über dem Vorstand jedoch das Damokles-Schwert eines Mißtrauensantrags. Der kam zwar nicht durch, war trotzdem anstrengend.

Und die Wikipedia? - Artikeltechnisch sehr enttäuschend. Neben ein paar Grammy-Listen kann ich kaum Neuanlagen aufweisen, immerhin wird Grammy Award for Best Metal Performance als erste Grammy-Liste als informative Liste augenommen, ihr sollen in den kommenden Monaten einige weitere folgen.

Februar
Da mir zum Februar spontan gerade gar nichts mit Wikipedia/Wikimedia-Bezug einfällt, kann hier nicht allzu viel Wichtiges passiert sein, oder?

März
Der März steht wie in jedem Jahr im Zeichen des Schreibwettbewerbs - nur: Wie soll man da mitspielen, wenn man kaum Zeit hat. Ich habe mich auf einen Artikel zu einem Bakterium verlegt, mit dem ich beruflich zu tun hatte: Clostridium ljungdahlii, ein unspannender aber immerhin überschaubarer Artikel, mit dem ich in meiner Sektion immerhin den Rang 5 erreichen konnte. Der Sieger in dem Spektakel: Wahrerwattwurms Stade Reims.

Allerdings war da noch was anderes: Am 19. März 2011 fand die Mitgliederversammlung des Wikimedia Deutschland e.V. statt - nur zwei Monate nach der außerordentlichen MV im Januar. Ich hatte mich mittlerweile entschieden, für den Vorstand als Beisitzer zu kandidieren und diesen damit vor allem im Bereich der Qualitätsentwicklung und Freiwilligenförderung zu unterstützen. Naiv wie ich war ging ich davon aus, dass ein Mensch mit dem direkten Kontakt zu den Communities ja nicht so verkehrt sein sollte in einem Gremium, dass genau diese Communities unterstützen soll. Ich wurde tatsächlich gewählt, knapp nach Michail sogar mit der zweithöchsten Stimmanzahl. Von nun an also war ich Teil des Vorstands von Wikimedia Deutschland e.V. - zumindest bis zum Juli.

April
Am 4. April 2011 starte ich dieses Blog - vor allem durch southparks "iberty"-Blog gewinnt die Blogluust nun doch und ich starte einfach mal. Als erstes Highlight erscheint der vielgelesene Beitrag "Fukushima und die German Angst" am 15. April und in "Countdown läuft" arbeite ich meine persönliche Bilanz aus 14. Schreibwettbewerben auf. Obwohl anfangs für alle möglicghen Themen gestartet, verschiebt sich das Artikelspektrum recht rasch auf reine Wikipedia/Wikimedia-Themen.

Mai
Im Mai endlich mal wieder eine umfassende Artikelüberarbeitung mit abschliessender Lesenswertauszeichnung: Der Artikel Vagina. Leider tatsächlich im Jahr 2011 meine einzige Artikelauszeichnung, eine enttäuschende Bilanz ... Allerdings passiert artikeltechnisch im Mai doch einiges - ich habe spontan einen Miniaturenwettstreit ausgeschrieben, der recht gut angenommen wird: Über 50 Artikelchen werden nominiert, darunter einige echte Perlen wie die Gewinner Crimmitschauer Streik, Berliner Rahmen, Kuhschubsen und Fore-edge Painting. Ich selbst beteilige mich mit mehreren Miniaturen zu Gemälden von Lovis Corinth, einer meiner Hauptbaustellen 2011 und John Frederick Peto, einem amerikanischen Maler.

In "A Day at the Races" schildere ich meinen ersten Besuch bei einem Pferderennen ever - mit drei WikipedianerInnen und meinem Sohn - ein toller Sonntag.

Und dann darf natürlich Community-Projektbudget des Wikimedia Deutschland e.V. an dieser Stelle nicht fehlen. Die Einreichfrist lief bis zum 31. Mai und nach einzelnen Diskussionen im Vorstand reichte auch ich (als Wikipedianer) zwei Anträge ein (nachlesbar) - hätte ich das nur gelassen, aber dazu mehr im Juli ...

Juni
Am ersten Wochenende im Juni traf sich die Redaktion der Wikipedia-Biologen zum jährlichen Lebewesentreffen, das diesmal erstmalig außerhalb der deutschsprachigen Grenzen in einem Ort namens Dunabogdány (hat noch keinen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel) nahe Budapest in Ungarn stattfand. Wie jedes Jahr war das Treffen geprägt von langen Wanderungen, jeder Menge biologischer Klugscheißerei, Botanisierung, Schmetterlingsnetzschwingen und Fotografieren und natürlich von tollen Gesprächen, weinreichen Abenden und jeder Menge Spaß.

Ein weiteres Highlight im Juni: "Wikipedia trifft Altertum" - die Wikipedianer Martin Rulsch, Marcus Cyron und Johannes Groß organisieren eine Tagung in der Universität Göttingen, in der sie renomierte Wissenschaftler auf Wikipedianer treffen lassen. Die Stimmung ist prima, das Programm ebenfalls (ich berichtete)- und gemeinsam mit Ralf und Michail sind wir sogar mit drei Vorstandsmitgliedern des Vereins vertreten; dass es im Hintergund Orga-Probleme mit der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland gab, erfahre ich erst im Nachhinein und es ärgert mich ernsthaft.

Am 9. Juni schrieb der Wikipedianer Rob Irgendwer unter dem Titel "Warum ich noch mispiele" einen wunderbaren Artikel über seine Motivation als Wikipedianer

Ja, und dann war da noch ein eifriger Sensationsreporter namens Marvin Oppong, der mir die kommenden Monate mächtig auf die Eier gehen sollte: Der "Enthüllungsjournalist" versucht aus meinem Engagement für das Projekt Nachwachsende Rohstoffe und meine Beratungstätigkeiten einen Skandal zu basteln und belästigt mich und andere mit unverschämten Mails (ich berichtete mehrfach, wirklich). Das Ergebnis erscheint im November in der Zeit unter dem Titel "Wikipedia und Wahrheit".

Und zum Ende Juni knallt's dann nochmal, diesmal im Kontext des Community-Projektbudgets. Nach langer Informationssperre durch den Schatzmeister Olaf K. an den Vorstand bezüglich des CPB entschließt sich der Vorstitzende Sebastian dazu, sich (und dem Restvorstand) die gewünschten Informationen zum Fortgang selbst zu beschaffen und verschafft den Vorständlern Einblicksrechte in das interne Wiki des Vorstands - eine dumme aber nachvollziehbare Aktion mit Konsequenz: Rücktritte aus dem Ausschuß, seitenlange Diskussionen, viel böses Blut bis weit in den Juli.

Juli
Aus dem Juli will ich eigentlich gar nicht viel berichten - im Wikimedia-Kontext der beschissenste Monat ever. Die Streitigkeiten um den CPB-Ausschuß spitzen sich zu und eskalieren in Korruptionsvorwürfen, Vorwürfen, zu weit von der Community entfernt zu sein - bitte? - und persönlichen Beleidigungen - unter anderem gegen meine Person, da ich es ja gewagt hatte, auch Anträge zu stellen.

Den Höhepunkt stellt ein Mail von Olaf Simons in der öffentlich einsehbaren Mailingliste des Vereins dar, in der er mir Korruption und Vetternwirtschaft vorwirft - cut ... nachdem bereits lyzzy als langjährige zweite Vorsitzende ihr Amt niedergelegt hat, ziehe auch ich die Notbremse und trete am 18. Juli aus dem Vorstand zurück, beide Anträge werden zurückgezogen und alle Community-Events (vor allem die WikiCon) für die kommenden Monate gecancelt.

Die Zeit danach wird ruhig, statt der Wikipedia widme ich mich twick.it und lege Twicks für alle Staaten der Erde an.

August
Am ersten August-Wochenende spitzt sich im Wikimedia-Universum alles auf ein Highlight zu: Die Wikimania in Haifa - nicht für mich, denn ich habe Karten für das Wacken-Open-Air und geniesse das erste August-Wochenende bei Sonne- und-Regenmix in Schleswig-Holstein. Metalberieselung pur, dazwischen ein kurzes Treffen mit den Wikipedianern Zyκurε, buckfish und ixitixel Die dortigen Headliner Motörhead haben seit Jahresende dank Benutzer Siechfred einen exzellenten Artikel.

Zum Ende August stolpere ich erstmals über ein Autorenspiel der englischsprachigen Wikipedia mit dem Namen WikiCup - ich beschliesse, dieses für die deutschsprachige Wikipedia zu modifizieren und 2012 ebenfalls zu starten. Ich will wieder zurück zu dem, was ich kann: Artikel schreiben - aber der Frust der vergangenen Monate blockiert und frisst an der Seele ...

September
Anfang September wage ich ein Experiment: mal wieder in Wikisource editieren - und falle voll auf die Schnauze. Da sich bei mir mittlerweile etliche gemeinfreie kunsthistorische Bücher zur Kunstgeschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts ansammeln, hielt ich es für sinnvoll, diese dort einzuspeisen. Doch nicht nur, dass ich vollkommen unfähig bin, trotz Wikiaffinität etwas beizutragen - die Resonanz ist auch noch so unfreundlich, dass ich diese Erfahrung erstmal wieder als solche verbuche und auch dieses Thema begrabe.

Der September steht jedoch vollkommen im Zeichen von Wiki loves Monument. Bereits in den vergangenen Monaten wurden hunderte Denkmallisten angelegt, Artikel zu Einzeldenkmälern geschrieben und auch erste Bildexpeditionen durchgeführt - im September jedoch ging es richtig los. Auch ich verbrachte eigentlich jeden freien Tag gemeinsam mit meiner Tochter oder meinem Sohn auf der Fotografenpiste, vor allem in den Dörfen rund um Erftstadt, Kerpen und Bergheim sowie in Köln. In den vier Wochen konnte ich Hunderte Bilder hochladen (und habe nochmal sicher die gleiche Menge auf meiner Festplatte) - ein Riesenspaß! In diesem Sinne nochmal den herzlichsten Dank an die Organisatoren.

Doch auch an anderer Stelle passierte etwas: Ich konnte als Dozent in einem kleinen Kurs an der Volkshochschule Erftstadt den ersten VHS-Kurs im Kontext von "Silberwissen", einer Initiative um ältere Internetbenutzer zur Wikipedia zu bringen, veranstalten. Der Kreis war klein, aber erlesen - und von den sechs Teilnehmern editieren bis heute vier relativ regelmäßig und hochwertig. Ich merke, dass es Spaß macht, Neulinge zu betreuen - und sehe zugleich, wie schwer sie es haben, all die Hürden der Wikipedia zu überwinden.

Doch noch ist der September nicht zu Ende: Die Diskussionen zum geplanten Bildfilter eskalieren und die deutschsprachige Wikipedia ist in Revoluzzerstimmung. Auf der Podiumsdiskussion bei der WikiCon greift der Wikipedianer Carbidfisher den Vorsitzenden de Boards der Wikimedia Foundation Ting verbal an, die Mailinglisten kochen über und Sue Gardner, Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, sieht sich in einem vielbeachteten Blogbeitrag genötigt, den ungeheuer aggressiven Ton der Diskussion anzukreiden - nicht jedoch ohne all jene, die sich gegen den Bidfilter auflehnen, als "provocateurs and agitators" zu beschimpfen. Im Mittelpunkt der Geschichte immer wieder der Vorwurf, dass es die Deutschen gewagt haben, eine Vulva auf ihrer Hauptseite zu platzieren und damit die Notwendigkeit eines solchen Filters unterstrichen haben. Durch diesen Beitrag fühle ich mich genötigt, den ersten englischsprachigen Artikel als offenen Brief an Sue in diesem Blog zu veröffentlichen: "A story about a vulva picture - an open letter to Sue Gardner" wird international gelesen und diskutiert, Sue bekräftigt, dass sie das doch alles soo nicht meinte und vor allem ich - der Autor des Vulva-Artikels - gar nicht gemeint sei. Die Diskussionen gehen weiter, in der deutschsprachigen Wikipedia steigert sich der Protest in das White-Bag-Movement und im November kommt Sue nach Deutschland - und sagt eigentlich auch nix Neues. Und der Bildfilter? Man hört, er sei erstmal gestoppt und schlummert, bis eine brauchbare Lösung gefunden sei - im Zweifel auch gegen den Willen der deutschsprachigen oder anderer Communities.

Oktober
Und warum schreibe ich im September nichts über den Schreibwettbewerb? - Ganz einfach, im September hatte ich damit nichts zu tun. In dieser Runde war ich Juror und zwar in genau der Sektion, von der ich zugegebenermassen am allerwenigsten einen Plan habe. Der Grund hierfür lag im August - in der Sektion Gesellschaftswissenschaft und der ganze Rest wollten sich nicht genügend Kandidaten für die Jury finden und damit wenigstens etwas Auswahl bestand, habe ich mich kurzerhand ebenfalls nomoniert - und dabei klar gestellt, dass ich eigentlich eine ganz blöde Wahl wäre. Nun - ich wurde gewählt (warum?) und war somit Jurur, gemeinsam mit dem Wahrenwattwurm, der ja den Frühjahrswettbewerb für sich entscheiden konnte. Das Jurywochenende fand am Ende Oktober in Altona statt (so ein Anhängsel bei Hamburg) und war trotz der leider nicht in überquellender Anzahl vorhandenen Artikel prima, ebenso wie der Abend beim Hamburger Stammtisch. Gewinner wurde übrigens das Massaker von Katyn.

Über den Hamburger Stammtisch nur so viel: Es waren sehr viele bekannte und noch mehr mir bis dahin unbekannte Menschen zugegen und ich hatte viele spannende Gespräche mit Autoren, Kartenmalern und Fotografen - und natürlich hatte ich sehr viel Spaß.

November
Herr Oppong bringt Achim in die Zeit - eine ganze Seite zu den dunklen Machenschaften des bösen Raschka: "Wikipedia und Wahrheit". Ich lasse das mal unkommentiert ...

Darüber hinaus ist der November entspannt, ich komme langsam wieder zurück ans Schreiben und spare mir die Fahrt zur MV und zum Gespräch mit Sue nach Hannover. Trotz Abwesenheit kann ich zumindest Spuren hinterlassen: Die MV beschliesst eine Pflicht zur Veröffentlichung der Tagesordnungen und Protokolle aller Sitzungen der Vereinsorgane., die ich beantragt hatte.

Dezember
Der Dezember startet ruhig und plätschert so auch vor sich hin - zumindest bezogen auf die Wikipedia. Ich übersetze den Artikel zu einer auf Madagaskar lebenden Fledermausart und stelle ihn als ersten Artikel seit der Vagina zur Kandidatur; kurz darauf starte ich mit dem Ausbau des Artikels zum Tibetfuchs.

Einen Lichtblick gibt es noch zum Jahresende: Der Artikelmarathon läuft sehr nett - ich habe mich zwar an der ersten Runde nur mit drei Artikeln beteiligt, die zweite Runde wurde es immerhin 25. Der Fokus: Felltiere - vor allem Raubtiere - hier zeichnet sich nämlich ab, dass wir 2012 das Themenfeld abschliessen können. Zumindest die Skunks und Marder konnte ich in diesem Rahmen vervollständigen.

... und wie geht's weiter?
Ich fand das Jahr im Rückblick als Wikipedianer zwar ereignisreich, als Autor jedoch wenig erfüllend. Vor allem ist eine Menge Spaß am Schreiben abhanden gekommen, den ich im Jahr 2012 gern wieder reinholen möchte. Noch am 31.12 konnte ich den WikiCup soweit vorbereiten, dass er tatsächlich am 1. Januar starten kann.

Und zum Verein: Ich gebe zu, das "Geh mir wech"-Gefühl bleibt bestehen, allerdings kandidiere ich gerade für die Jury zum Zedler-Preis, der im kommenden Jahr erstmalig in neuer Form vergeben werden soll ....

Für mich kann das Motto 2012 also nur eines heissen:

Back to the roots! Endlich wieder Autor werden

Bilder: Achim in San Francisco: Sage Ross (CC-by-sa 3.0); Porträt zur Vorstandswahl: Martina Nolte (CC-by-sa 3.0); Nafar, der Gewinner beim 2. Rennen (Königstreuen-Rennen) beim Zieleinlauf: Achim Raschka (CC-by-sa 3.0); Lebewesentreffen: Anonym (CC-by-sa 3.0); Wikipedianer in Wacken: Anonym (CC-by-sa 3.0);

Bei uns kommt Lemmy

  Ich möchte euch etwas erzählen – über uns, also über mich und meine Familie und über unsere Weihnachtszeit. Ihr kennt diese Zeit im Jahr j...