Posts mit dem Label Wikimedia werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wikimedia werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 15. Juli 2012

Bildfilter vom Tisch, Board rudert zurück

Das Wikipedia/Wikimedia-Jahr 2011 war geprägt von der Diskusion um die Einführung eines potenziellen Bildfilter. Mit diesem Tool sollten kontroverse Bilder, vor allem Bilder mit umstrittenen Inhalten in den Bereichen Sexualität und Religion, ausblendbar sein. Hintergrund der Diskussion war eine Resolution des Boards der Wikimedia Foundation und der Auftrag an die Geschäftsführerin Sue Gardner, die Entwicklung eines solchen Tools voranzutreiben. Nach langen Diskussionen, viel Protest vor allem in der deutschsprachigen Wikipedia und jeder Menge zerschlagenem Porzellan steht nun fest: Der umstrittene Bildfilter ist vom Tisch.

In seiner Sitzung am 11. Juli 2012, am Rande der Wikimania in Washington D.C., beschloss das Board auf Druck der Communities, seine Resolution zum Bildfilter zurückzuziehen. In einer neuen Resolution verabschiedete das Board, den Auftrag zur Entwicklung des Bildfilters zurückzuziehen und damit dem Ergebnis der Communitybefragung zu folgen. Die Entscheidung hierzu wurde von allen Mitgliedern des Board mit Ausnahme von Jimbo Wales getroffen, der sich dagegen aussprach.

Dienstag, 3. Januar 2012

Noch ein Jahresrückblick

Ich habe schon als ich im Dezember von meiner letzten Reise zurück kam gedacht, daß ich das Jahr mal aufarbeiten müßte. Aber eine rechte Plattform habe ich nicht, was ich vor allem bedauerte, nachdem ich Lyzzy, Achim und Southpark ihre Jahresberichte publizieren sah. Aber danke an Achim, ich kann es hier machen.

JANUAR - MAI

Zunächst begann das Jahr relativ ruhig. Die ersten vier Monate war ich mit Boris damit beschäftigt, das Buch zum 10jährigen Wikipedia-Jubiläum zusammen zu bekommen. Eine zeitweise anstrengende, aber auch sehr interessante Arbeit.

Höhepunkt des Januars war zweifelsohne das eigentliche Jubiläum, 10 Jahre Wikipedia. Und ich kann es selbst kaum glauben, ich war fast genau sechs der ersten zehn Jahre dabei. Höhepunkt des Höhepunktes war die große Jubiläumsfete in Berlin, auch wenn sie nicht ganz mein Fall war. Aber mit Christoph Demmer konnte ich die erste mir noch unbekannte Legende des Projektes im letzten Jahr kennen lernen. Es folgten noch mehrere.

Die Außerordentliche Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland wurde weniger kontrovers als erwartet. Was sicher auch daran lag, daß der Hauptanträger von den Personen, die ihn in die erste Reihe gedrängt hatten, um nur selbst keinen Schaden zu nehmen, im Regen stehen gelassen wurde. So kann man Engagement auch zerstören.

Im März war die reguläre Mitgliederversammlung. Wie immer lief vieles, aber nicht alles so, wie ich es wollte.

Der Mai und Anfang Juni brachten zwei Veranstaltungen aus dem Bereich "Wikipedia muss Weltkulturerbe werden". Zunächst der Hackathon in Berlin, dann eine Veranstaltung im Technikmuseum Berlin. Und das nachdem ich mit dem Hexer gerade erst von einer Verbesichtigung aus Göttingen für "Wikipedia trifft Altertum" zurück kam und während der Rückfahrt mein Auto kaputt ging.

JUNI

Im Juni begann mein eigentliches Wikimedia-Jahr. Am 10./11. Juni fand in Göttingen "Wikimedia trifft Altertum" statt. Mit einem Erfolg, den wir drei Organisatoren uns nicht im Traum erhofft hätten und mit Kontakten, die nachwirken. Ein halbes Jahr Organisation trug Früchte und ich kann mich hier nur noch einmal mehr bei allen bedanken, die zum Gelingen beitrugen und die teilnahmen.

JULI

Der Juli brachte meine Teilnahme an der Ständigen Ägyptologenkonferenz in Leipzig. Dort war ich als Wikipedia-Vertreter, nicht zuletzt, weil inhaltlich mit der Geschichte der Ägyptologie ein mir wichtiges Thema zentrales Thema war. Daneben war ich im Ägyptischen Museum der Universität und auch in der Antikensammlung, Letztere habe ich für Wikipedia auch nahezu komplett abfotografiert. Ein weiterer Termin führte mich auf der Tour nach Halle, wo ich den Kurator der Unisammlung, Stefan Lehmann, traf und von ihm eine Führung durch die Sammlung im Robertinum bekam.

Die CPB-Blase platzte. Die Kritik war durchaus berechtigt, die Form war es nicht. Und mit Achim und Lyzzy gingen meiner Meinung nach auch die Falschen. Einmal mehr schmerzte die Einsichtslosigkeit Sebastians, der einfach nicht sieht, wenn er fette Böcke schießt. Damit macht er all das kaputt, was er selbst aufgebaut hat. Denn Fakt ist, daß er wirklich vieles Gutes angestoßen hat. Nicht alles. Aber Einiges. Enttäuschend war auch Annekes Rückzug. Wer mit so viel Vertrauensvorschuß der Comunity ausgestattet war, hätte nicht auf diese Art gehen dürfen. Die problematischste Rolle hatte aber Olaf inne. Als Mitglied beider beteiligter Gremien hätte er das Bindeglied sein sollen. Diese Aufgabe hatte er nicht im Ansatz ausgefüllt und war deshalb für mein Dafürhalten das eigentliche Problem in der Sache. Zumal ich nicht verhehlen kann, daß hier Politik gespielt wurde.

AUGUST

Der wikimedianische Jahreshöhepunkt wurde natürlich die Wikimania in Haifa, für die ich dankenswerter Weise ein Stipendium bekam. Es wurde meine erste Wikimania. Viele gute Gespräche, praktische inhaltliche Gewinne für meine Wikip/media-Arbeit und ein interessantes Land. Top organisiert war die Veranstaltung und man merkte, daß uns Haifa wirklich Willkommen hieß. Aber spätestens in Haifa merkte ich, daß mir die Entfernung zwischen Foundation und den Wikimedia-Projekten sehr groß war. Und ich meine nicht den Vorsitzenden des Boards. Ting Chen war - wie auch unser Arne - einer der Wenigen aus der Führungsebene des Vereins, mit dem man sprechen kann. Auch wenn ich über seine Rolle (so wie ich sie zumindest wahr nehme) in der Bildfilterfrage nicht erfreut bin, ist er dennoch ein angenehmer Mensch. Andere Boardmitglieder schwebten über die Veranstaltung, von der Chefin gar nicht anzufangen. Die Abschlußveranstaltung hatte etwas vom Gottesdienst eines Fernsehpredigers. Die Wikimedia-Jünger jubelten Gott Jimbo zu, es war - schrecklich. Zumal er dasselbe sagte wie schon seit Jahren: nichts. Und bei der Wikimania war spätestens der Moment, wo mir das Geheule wegen falscher Zusammensetzung der Autorenschaft (vulgo: Gendergap) aus den Ohren quillte. Aber man kam an Sue Gardners Lieblingsthema nicht mehr vorbei.

Ja. Wir haben gepennt, was den Bildfilter angeht. Man hätte sich informieren können. Aber ganz ehrlich: weder war mir der Umfang der Sache klar, noch die Dringlichkeit. Denn im Allgemeinen ist die Foundation, man denke an SUL oder die gesichteten Versionen, nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt. Aber wenn die Foundation die Spenden in den USA gefährdet sieht, wird sie offenbar schnell. Mir macht das Sorgen, wenn sich die Foundation immer wieder nach dem Geld dreht, als wäre sie eine Pflanze auf der Suche nach Sonne. So oder so - trotz Sues Trotz haben wir es über die Monate offenbar geschafft den Filter zu verhindern - gut so!

SEPTEMBER

Wiki Loves Monuments! Was für eine Aktion! Wenn sie will, kann die Masse gut zusammenarbeiten und auch neue Mitarbeiter motivieren. Und das über Ländergrenzen hinweg. Mehr als 160.000 Bilder wurden in Europa von Baudenkmalen gemacht und auf Wikimedia Commons hoch geladen. Man muß einfach nochmal die Organisatoren in den Niederlanden und in Deutschland (Elya und Cirdan) loben. Ich habe mich mit Bildern aus meiner Heimatregion beteiligt und mich mit einem Bild völlig überraschend für mich unter den besten 100 platziert. Das motiviert dann doch...

WikiCon in Nürnberg. Mein Workshop zu "Wikimedia trifft als Konzept einer Veranstaltungsreihe" zog nun nicht die Massen, 4 Leutchen waren wir. Aber immerhin macht eine überschaubare Masse an Teilnehmern flexibel. Insgesamt einmal mehr ein erfreuliches Treffen, mit Rax traf ich meine zweite "Legende" in dem Jahr. Auch Flominator konnte ich endlich, nach Jahren, einmal treffen. Unerfreulich im Nachgang: ein Teilnehmer meinte, mich aufs übelste auf seinem Blog nach der Veranstaltung nieder machen zu müssen. Naja, manchmal ist es eben eine Frage des Charakters. Seit ich aus Nürnberg zurück bin, wohne ich auch nicht mehr allein.

Der Verein tritt mit einer Reise durch fünf Städte auf und stellt das Finanzkonzept für 2012 vor. Sehr sinnvoll, denn erst hier verstehe ich, was mir schriftlich noch spanisch vorkam.

Auf Einladung der Gerda Henkel Stiftung war ich Teilnehmer der ".hist 2011". Dazu habe ich mich dort geäußert: Die Sache mit der Deutungshoheit.

Und nicht zu vergessen: das Buch ist da! "Alles über Wikipedia". Am 24. September die Book-release-Party in Berlin. Hier saß ich das erste mal auf einem Podium. Interessant, das mal von der anderen Seite des Raumes zu sehen. Mit Volker Fadinger und Ulrich Waack zwei mir sehr liebe Wikipedianer dort getroffen.

Achja - meine Adminwiederwahl war auch. Nach drei Tagen waren die verlangten 25 Wiederwahlstimmen da, auch wenn außer persönlicher Abneigung kein Argument gegen mich vorgebracht werden konnte. Somit war sie Wahl auch weitaus unproblematischer als alle zuvor, wenngleich wie immer unschöne Begleiterscheinungen abliefen. Leider können manche "Mitarbeiter" nur mit schlechtem Stil und miesen Mitteln ...

OKTOBER

Jawoll! In Italien merkt endlich eine Comunity, was unser Projekt für eine Macht hat und hilft mit seiner Selbstabschaltung mit, ein Berlusconisches Medienknebelgesetzt zu verhindern. Weiter so!

Meine Teilnahme am Schreibwettbewerb beschränkte sich dieses Mal auf die Jurytätigkeit, die mich nach Hamburg führte. Einmal mehr ein interessantes Jurytreffen mit erlebt. Und mit dem Massaker von Katyn hatten wir einen würdigen Gewinner.

NOVEMBER

Wieder eine Einladung der Gerda Henkel Stiftung am Monatsbeginn zur Gerda Henkel Vorlesung von Hermann Parzinger. Mit Lyzzy habe ich einen sehr interessanten Abend verbracht. Diesen Ausflug nach Düsseldorf nutzte ich, um meinen geliebten Kölner Stammtisch zu besuchen und auch um einen Abstecher nach Bonn zu machen, um mir dort die ägyptologische Sammlung und das Akademische Kunstmuseum anzusehen. Auf dem Stammtisch traf ich mit Tsor auf meine dritte Legende im Jahr 2011. Auf dem Rückweg fuhr ich erstmals auf der A2 in Hannover ab - Kestner Museum! Den Leiter der ägyptologischen Sammlung, Christian E. Loeben lernte ich in Göttingen bei "Wikipedia trifft Alterum" kennen. Es wurde Zeit, mal vorbei zu schauen.

Und zwei Wochen später war ich erneut da. Erst ins Museum fotografieren, dann auf die Jubiläumsbuchlesung in der Hannoveraner Leibniz-Bibliothek. Erneut saß ich auf dem Podium, bei einer wunderbar entspannten Veranstaltung mit einem interessierten Publikum. Und danach? Klar. Wieder das Auto kaputt. Aber der Tag danach brachte die dritte, nun zweite reguläre, Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland. Erstmals in Hannover. Da das Auto nicht mehr wollte, konnte ich den zweiten Tag nicht mehr da sein und konnte Sue Garnder nur über das Internet verfolgen. Verpasst habe ich nichts. Und auch der selbsternannte größte Kritiker der Foundation griff nicht ein, als Sue ihre Show abzog und Fragen nicht beantwortete.

Vorher war ich in Berlin bei der Tagung "Transformatio Nummorum", bei der es an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften um die Antike Numismatik in der Frühen Neuzeit ging. Dabei traf ich einen meiner früheren Professoren, Henning Wrede, wieder, der jetzt auch endlich ein Bild in der Wikipedia hat.

DEZEMBER

Anfang Dezember war ich auf meiner zweiten "Dienst"-Auslandsreise. Nun in Amsterdam, GLAMcamp. Eigentlich sollte hier an den Möglichkeiten des GLAMs, der Zusammenarbeit der Wikimedia-Projekte mit GalleriesLibrariesArchivesMuseums besprochen werden. Viel kam aber leider nicht heraus. Zu wenig striktes Program, zu wenig war vorher klar, was die Veranstalter erreichen wollten. Schade, Chance vertan. Dann müssen wir eben in Deutschland 2012 unsere eigenen Strategien entwickeln.

Auf der Rücktour stoppte ich nochmals in Düsseldorf bei der Gerda Henkel Stiftung, wo ich eingeladen war, am Expertenchat L.I.S.A.live "Wikipedia trifft Geschichtswissenschaft" teilnehmen durfte.

Abschluss des Jahres wurde die Unterstützung der Lehrveranstaltung von Professor Bernhard Weisser vom Berliner Münzkabinett, der seinen Studenten auch die Chance gibt, ihre Arbeit als Wikipedia-Artikel zu gestalten. Auch Professor Weisser ist ein Kontakt von "Wikipedia trifft Altertum".

WIKIPEDIA-ARBEIT 2011

Es war irgendwie ein lahmes Jahr. Mein Jahresabschluß 2010 stand bei 4500 gestarteten Artikeln. Mein Orientierungspunkt war für 2011 die 5000 zu schaffen, was ich aber verpasst habe - um 12 Artikel. Mit ‎Christian Hofer habe ich dieses Ziel 2 Tage später dann doch geschafft. Dennoch nicht ein ausgezeichneter Artikel im ganzen Jahr. Allerdings zieht mich auch nicht mehr viel zu den Auszeichnungskandidaturen.

Lange Zeit war der Wintersportbereich ein Rückzugsort für mich, wenn es an anderen Stellen des Projektes nicht mehr so funktionierte. Leider ist das mittlerweile auch zerstört. Erst auf die Bitte externer Personen habe ich nach einer Auszeit überhaupt wieder begonnen, weiter zu arbeiten, um dann wenig später erneut von einem Löschnerver behindert zu werden. Und anders als es früher der Fall war, hielt der Bereich nicht mehr zusammen. Es reicht manchmal ein egoistischer, eitler Mitarbeiter, um alles zu sprengen. So bleibt nur der Ausstieg und die Arbeit für mich allein.

Der Bereich Antike brachte die Komlettierung der Artikel zu allen derzeitigen Lehrstuhlinhabern im Bereich der Klassischen Archäologie in Deutschland, nachdem 2010 schon für den Bereich der Professoren in der Alten Geschichte die Fertigstellung brachte. Auch das Projekt der Skulpturen im Archäologischen Nationalmuseum von Athen ging voran, auch wenn noch viel zu tun ist.

AUSBLICK

Was bringt 2012?

* intensiveres Voranbringen des "Wikipedian in Residence" und damit des GLAM-Projektes
* "Wikipedia trifft Museen" und "Wikipedia trifft Orient" sollen "Wikipedia trifft Altertum" fortsetzen.
* Wikimania in Washington
* meine Artikelprojekte sollen weiter voran schreiten, der WikiCup soll mich dazu zwingen, auch mal wieder in die Spitze zu arbeiten.

Zum Abschluß ein Dank. An alle produktiven Mitarbeiter der Wikimedia Projekte, in welcher Form auch immer. Und an alle externen Freunde, vom DAI, der Henkel Stiftung, der Museumsinsel in Berlin, der Humboldt-Universität, dem Kestner-Museum und der Leibnitz-Bibliothek in Hannover, den Altertumswissenschaften an der Universität Göttingen und, und, und.

Bilder: Book-release-Party: DerHexer (cc-by-sa-3.0); Wikipedia trifft Altertum: Raymond Spekking (cc-by-sa-3.0); Dorfkirche Lichtenow: Marcus Cyron (cc-by-sa-3.0)

Montag, 18. Juli 2011

Das erste Community-Projektbudget-Projekt: WLM Mittelhessen

Seit Wiki Loves Monuments auf dem Open Space nach der WMDE-Mitgliederversammlung vorgestellt wurde, waren auch Aktionen im Fahrwasser des Wettbewerbs in der Diskussion. Schließlich soll die Community auf vielfältige Weise zur Teilnahme motiviert werden, außerdem bietet sich die doch eher seltene Gelegenheit, Außenstehende auf einfache Weise zur Mitarbeit zu bewegen.

Leider zeigte sich dann schnell, dass nur sehr wenige Wikipedianer bereit waren, sich an der umfangreichen Organisation zu beteiligen. So musste die Idee, zwei oder drei Landkreise zu Pilotregionen zu erklären, ebenso zurückgestellt werden wie mein Vorschlag, Schulklassen zur Wettbewerbsteilnahme aufzurufen. So ganz ohne eine besondere Aktion wollte ich Wiki Loves Monuments dann aber auch nicht sehen, nicht zuletzt, weil ein neu eingerichtetes Großprojekt viele Chancen bietet, Neues zu erproben und mit dem neu geschaffenen Community-Projektbudget auch die Mittel dafür vorhanden sind, Ideen in die Tat umzusetzen.

Das Projekt „Wiki Loves Monuments Mittelhessen“ richtet sich nun an die Community und soll die Wikipedianer vor Ort mit Wikipedia-Fotografen sowie (regional)geschichtlich interessierten Autoren zusammenbringen. Bewusst habe ich mich dagegen entschieden, ein reines Fotografen-Projekt daraus zu machen. Zum einen widerspricht es der Idee des Wettbewerbs, wo es letztendlich nicht auf das perfekte Bild ankommt, zum anderen bietet sich so allen Teilnehmern die Möglichkeit, ihr Wissen weiterzugeben und gleichzeitig neues zu erwerben.

Ziel des Projekts ist es, möglichst flächendeckend Denkmäler zu fotografieren. Das klingt erstmal nicht besonders spannend, ebensowenig wie vermutlich ein knappes „Mache Bilder von Denkmälern in deinem Ort und lade sie für die Wikipedia hoch“ zur Teilnahme an Wiki Loves Monuments motiviert. Auf den zweiten Blick bietet sich hier aber für alle Teilnehmer die Möglichkeit, quasi Vollzeit für längere Zeit ihrem Hobby nachzugehen und zu den Wikimedia-Projekten beizutragen. Dank der Förderung aus dem Community-Projektbudget ist die Teilnahme ebenso wie An- und Abreise kostenfrei, ergänzt wird die Foto-Arbeit durch ein kleines Rahmenprogramm, das bei ungünstigem Wetter (auf das ich natürlich nicht hoffe) auch deutlich ausgeweitet werden kann.

Ich hoffe auf eine produktive Zeit mit spannenden Teilnehmern und bin gespannt, wie viele Denkmäler man in der doch kurzen Dauer tatsächlich „enzyklopädisch“ fotografieren kann.

Ein kurzer Rückblick

Mit heißer Nadel gestrickt und keine zwei Stunden vor Ablauf der Frist eingereicht, ging mein Antrag als Nummer 36 ins Rennen. Die Kommunikation mit dem Ausschuss, zunächst vertreten durch Olaf als Vorsitzendem, verlief schnell und reibungslos. Mir wurde dann Peter als Kontaktperson zugeteilt. Per E-Mail, im Ausschuss-Wiki und nicht zuletzt per Telefon klärten wir offene Fragen. Besonders für das Budget hatte er viele Hinweise parat, für die ich mich auch an dieser Stelle nochmal bedanken möchte. Stets hatte ich den Eindruck, dass dem Ausschuss das Projekt ebenso am Herzen lag wie mir als Antragsteller.

Nachdem ich „Wiki Loves Monuments Mittelhessen“ dem Ausschuss in Hamburg persönlich vorgestellt hatte, begann die Wartezeit auf eine Entscheidung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Antragstellern saß ich auf heißen Kohlen, schließlich muss das Projekt im September stattfinden – und es war schon Ende Juni. Zunächst war eine Veröffentlichung der Ergebnisse für den 30. vorgesehen, dann wurde der Termin kurzfristig um zwei Tage verschoben, dann trat Anneke überraschend aus dem Ausschuss zurück – und ein unrühmliches Kapitel in der Geschichte des Vereins nahm seinen Lauf.

Ich schrieb also eine E-Mail an verschiedene Vorstandsmitglieder, erhielt prompt eine Antwort von Achim, dass mein Antrag dem Vorstand bereits als dringende Angelegenheit vorliege und erfuhr noch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, dass der zuletzt eingereichte Antrag der ersten Runde zum ersten erfolgreichen Community-Projektbudget-Antrag geworden war.

Das Kleingedruckte

Die Vorabstimmung zum Zeitrahmen lief bis bis zum 17. Juli, bis dahin haben sich auch schon eine Reihe Interessenten auf der Projektseite eintragen. Nun habe ich eine kleine Auswahl von Terminen vorgeschlagen, zwischen denen abgestimmt wird, zum 1. August soll alles feststehen. Dann ist auch eine verbindliche Anmeldung möglich und nötig.

Teilnehmen können alle, die Lust und Zeit haben. Es sind keine besonderen Fertigkeiten und auch keine teure Foto-Ausrüstung nötig, es würde mich auch freuen, den einer oder anderen (Noch-)Nicht-Wikipedianer als Teilnehmer begrüßen zu können.

Gern gesehen sind natürlich auch Tagesgäste oder Teilnehmer, die nur für ein paar Tage hinzustoßen möchten. Interessenten melden sich am besten ab Anfang August bei mir, können aber gerne auch schon auf der Projekt- oder Diskussionsseite einen kurzen Hinweis hinterlassen.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Machen und Welterbe

O.k., die Überschrift ist spontan entstanden und vielleicht auch nicht logisch - aber: Ich habe sie einfach genommen und hingeschrieben und niemanden gefragt, ob er das gut findet. Und genau da ist dann auch der Aufhänger zu diesem Post: Ich würde gern ein paar persönliche Worte zum Thema "Welterbe" loswerden. Für alle, die keine Ahnung haben, worum es eigentlich geht: Es geht um die Wikipedia, Wikimedia und anderen Insiderkram ....Meine Meinung zum Thema selbst spielt übrigens keine Rolle und ich bin nichtmal richtig fertig mit der Meinungsbildung, ob Wikipedia nun Welterbe werden muß oder nicht.

Mir gefällt die Aktion aus anderen Gründen: Sie ist mutig und hinreichend "bescheuert", um spannend zu sein - und sie wurde einfach mal gestartet!

Letzteres nimmt man den Initiatoren allerdings übel - sie hätten fragen sollen, und zwar alle. Die Community will gefragt werden, die Vereinsmitglieder auch - außerdem natürlich die Blogosphäre und die Twittererschar, die Journalisten, Leser, Chapter und natürlich auch jeder einzelne nochmal persönlich. Und die Antworten hätten berücksichtigt werden müssen - vor allem die, die dagegen sind. Ich wollte übrigens nicht gefragt werden, weder als Community, noch als Vereinsmitglied, noch als Individuum; aber ich wurde gefragt, was ich von der Idee halte und ich habe genau das geantwortet, was ich hier geschrieben habe: spannend, macht doch einfach mal und überrrascht uns! Auf diese Weise ist der Schreibwettbewerb entstanden, der Artikelmarathon, Wissenswert, die Academy, Wiki loves monuments, GLAM, skillshare und alle anderen spannenden Projekte, letzlich auch die Wikipedia selbst - nicht durch Fragen und Meinungen abwarten und diskutieren und dann doch wieder verwerfen - sondern durch MACHEN! Das kann nach hinten losgehen - ja, und?

Das was ich so sexy daran finde, finden nun andere scheiße - damit kann man leben. Man kann auch mit den Rants leben und den Anfeindungen, die einem plötzlich in ganz anderen Zusammenhängen um die Ohren geschmettert werden. So werde ich angeranzt, wenn ich Werbung für ein ganz anderes Programm mache: Das Community-Projektbudget, in dem die Community aufgerufen wird, einfach mal zu machen und ihre Ideen in Projekten zu realisieren - 200.000 Euro stehen dafür zur Verfügung, die Bewerbungszeit für die erste Runde läuft am 31. Mai aus - was ist plötzlich böse an diesem Projekt, doch so dringend gewünscht war, dass in der Wikipedia offen die Frage gestellt wurde, was denn die Community mit ihren Millionen machen würde, wenn sie dürfte wie sie wolle? Ich finde diese Frage und die Antwort - das Community-Projektbudget - klasse und bin gespannt, was so alles aus der Community an Ideen und vor allem Initiative kommen wird; und ich will, das viel kommt - so viel, dass die Jury mehr Anträge als Mittel hat und wir uns für das nächste Jahr Gedanken über eine Aufstockung machen müssen.

An die Community: Bitte macht und überrascht mich!

Donnerstag, 5. Mai 2011

We want you! - viel zu tun bei Wikipedia und Wikimedia

Für alle, die mitreden und mitmachen wollen im Netzgeschehen: Bei Wikipedia, Wikimedia und skillshare laufen gerade jede Menge Diskussionen und Aktivitäten, in denen Meinungen, Ideen und auch Tatkraft gesucht werden. Das Spektrum reicht von Strategieentwicklungen bis zur aktiven Teilnehme an Politiker-Massenfotografieren. Im einzelnen:

* Der skillshare e.V., der sich ebenso wie Wikimedia Deutschland der Förderung Freien Wissens verschrieben hat, startet am 18. & 19. Mai eine Fotoaktion im Landtag Türingen, um Bilder von möglichst vielen Abgeordneten zu machen. Parallel findet eine ähnliche Aktion auch in der Hamburger Bürgerschaft statt, hier organisiert von Wikimedia Deutschland. Für beide Aktionen werden Freiwillige gesucht, die sich um das Ablichten der Politiker kümmern und jede Menge parallelen Kram erledigen können, dabei sollen natürlich auch beide Projekte den Dialog mit den anwesenden Politikern über Freies Wissen ermöglichen.

* Wikimedia Deutschland ruft zur Überarbeitung der strategischen Ziele des Vereins auf - der vor zwei Jahren im Vorstand erarbeitete Kompass 2020 soll dabei den Entwicklungen des Verein angepasst werden. Alle Interessierten, vor allem alle Vereinsmitglieder (mittlerweile mehr als 1.000) sind dabei zur Diskussion im Forum eingeladen (einfache Anmeldung benötigt).

* Nicole Ebber, Projektmanagerin von Wikimedia Deutschland, startete zudem die Diskussion über die Zukunft der Zedler-Medaille. Das Ziel: Ein Preis für Freies Wissen, der vergleichbar ist mit dem Grimme online oder den Grammys. Die Ideensammlung, Diskussion etc. findet in der Wikipedia statt, alle Interessenten sind eingeladen, ihre Ideen einzubringen.

* Die Community der Wikimedia-Projekte hat bereits ihre Vertreter für die Jury des neu eingerichteten Community-Projektbudgets gewählt, weitere Verterter wählen die Mitglieder des Vereins Wikimedia Deutschland zu Zeit. 200.000 Euro für Projekte im Kontext der Wikimedia-Projekte sind über diesen Pool zu vergebe, jeder mit einer guten Idee sollte diese entsprechend einreichen.

* Organisiert von Marcus, Martin und Jonathan findet im Juni die Konferenz "Wikipedia trifft Altertum" statt, auf der Wikipedianer mit Geschichtswissenschaftlern zusammentreffen und über Projekte, Freies Wissen und Geschichte diskutieren können. Das Programm ist hochkarätig besetzt und kann sich sehen lassen, ich zumindest bin sehr gespannt darauf - und weitere Gäste sind gern gesehen.


* Wikipedia und Wikimedia stehen im Jahr 2011 im Zeichen des Denkmals - gleich in zweierlei Hinsicht: Zum einen soll dieses Jahr das in den Niederlanden entwickelte und äußerst erfolgreiche Projekt "Wiki loves Monuments" ausgeweitet werden. In der deutschen Community laufen hierzu bereits seit längerem die Vorbereitungen - es werden Denkmallisten angelegt (wie etwa die von Brühl) und gefüllt mit Informationen und Bildern, im September soll dies mit einem Bilderwettbewerb zum Höhepunkt kommen. Hier werden viele Freiwillige Autoren, Organisatoren, Fotografen und weitere Freiwillige für unterschiedlichste Aufgaben gesucht.

* Ausserdem soll Wikipedia Kulturerbe werden - auch hier sind Ideen und Diskussionen gefragt, um den Spirit des 10-jährigen Jubiläums der Wikipedia zu nutzen und Freies Wissen und Internet als Kulturplattform vorwärts zu bringen.

* ... und last but not least: Wikipedia ist noch nicht fertig - es sind noch viele Artikel zu schreiben, zu ergänzen, zu verbessern, ...

Wahrscheinlich habe ich noch einige Projekte vergessen, die gern in den Kommentaren ergänzt werden können - mich haut allein die Masse der potenziellen Beteiligungen ziemlich um. H ier sollte jeder etwas finden, um sich strategisch, diskutativ, aktiv, schreibend, fotografierend oder auch nur zuhörend einzubringen. Ich freue mich, wenn bei allen Projekten möglichst viele Freiwillige eingebunden werden und diese aktiv mitgestalten - ich bin sehr gespannt auf den Input

Bei uns kommt Lemmy

  Ich möchte euch etwas erzählen – über uns, also über mich und meine Familie und über unsere Weihnachtszeit. Ihr kennt diese Zeit im Jahr j...