Sonntag, 11. Dezember 2011

Dunkle Künste

Robert Glashüttner greift im Blog des FM4@ORF.at den Fall der überführten und anschliessend ziemlich hart abgestraften PR-Agentur Bell Portinger auf - diese hatten sich gebrüstet, neben Suchmaschinenoptimierung auch problemlos Wikipedia-Artikel manipulieren zu können.

Soweit bekannt - spannend finde ich den letzten Absatz des Posts:

es fehlt an konkreten Maßnahmen, wie man manipulative Autor/innen überführt und gleichzeitig ein transparentes System schafft, bei dem Firmen, Vereine und Personen mithelfen können, Fakten über sich selbst zu verbessern und zu korrigieren. Derzeit gibt es nur allgemeine - wenn auch stellenweise sehr präzise formulierte - Richtlinien zur Erstellung und Editieren von Einträgen. Interessenskonflikte werden dort streng gehandhabt, von "eigenen" Einträgen wird gänzlich abgeraten. Diese Politik ist einerseits verständlich, führt aber leider auch dazu, dass manipulative Strategien aus dem Untergrund beflügelt werden. Verbotene Dinge sind bekanntermaßen immer besonders interessant.

Diesen Teil kann ich nur unterschreiben. Heute sind Unternehmen, Vereine und vor allem PR-Abteilungen, die korrekte Inhalte in ihre Artikel einbringen, unerwünscht und werden als "Selbstdarsteller" beschimpft - die Option, dass sie nicht selten tatsächlich mithelfen könnten, Inhalte zu verbessern, wird vehemenet verneint, der eigentlich als Grundsatz bestehende Spruch "Geh von guten Absichten aus" wird hier vollkommen negiert - im Gegenteil wird unterstellt, dass PR-Profies grundsätzlich und immer Unwahrheiten und Werbung produzieren. Ich halte dies bekanntermassen für Blödsinn: Wenn man Unternehmen die Spielregeln der Wikipedia erklärt hat man die Chance, dass sie sich daran halten - nur muß man Ihnen dann auch die Chance geben, beizutragen.

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