Samstag, 8. November 2025

Back to Mixtape - Bomber (Motörhead)

Wie angekündigt hole ich ein paar ältere Beiträge aus meinem Zweitblog zum Thema: Back to Mitape hierher - hier wäre der nächste, auch dieser nur leicht bearbeitet:

Zu Motörhead braucht man eigentlich nicht viel zu sagen - die Band um den eigenwilligen Frontman Lemmy Kilmister ist schon lange in die Musikgeschichte eingegangen und hat den Heavy Metal ebenso beeinflusst wie den Punkrock und die Rockwelt schlechthin. Das Credo:

    "We are Motörhead and we play Rock'n Roll"

Lemmy gründete die Band 1975, nachdem ihn die Speedrocker Hawkwind,  bei denen er seit 1971 als Bassist aktiv war, nach einer Drogengeschichte gefeuert haben: Lemmy wurde wegen Besitz von Amphetaminen an der mexikanischen Grenze festgehalten und durfte nur gegen Kaution in die USA. Mit seiner neuen Band krempelte er innerhalb von wenigen Jahren die Rockmusik um, Motörhead wurde eine der zentralen Bands der Musik der härteren Machart und lieferte einien Klassiker nach dem anderen. Der bekannteste Song der Band, Ace of Spades, wurde zur Metalhymne und gemeinsam mit dem Snaggletooth zum Markenzeichen der Band.

Bomber erschien 1979 auf dem gleichnamigen Album, das nach Overkill das zweite kommerziell erfolgreiche der Band wurde. Mit Eddie Clarke an der Gitarre und Phil Taylor, Spitzname "Philthy Animal" rockte sich die Band durch das Album und den Song, in deren Mittlpunkt der deutsche Weltkriegsbomber He 111 stand, der auch das Cover des Album zierte.

Inspiriert durch den gleichnamigen Roman Bomber von Len Deighton über einen fehlgeleiteten Luftangriff der britischen Luftwaffe auf Deutschlang schrieb Lemmy seinen Text zu Bomber und damit seinen ersten Song zu einem Kriegsthema, dem etliche weitere folgen sollten. Ein großer Aluminium-Nachbau des Bombers wurde mit auf die Tour genommen und war wahrscheinlich ein ziemlicher Hingucker.

Mehr Infos:
.... zu Cover-Versionen bei cover.info

Back to Mixtape - Teddy Bear (Red Sovine)

Wie angekündigt hole ich ein paar ältere Beiträge aus meinem Zweitblog zum Thema: Back to Mitape hierher - hier wäre der nächste, auch dieser nur leicht bearbeitet:

Geschrieben von den Songschreiben Billy Joe Burnette, Tommy Hill und Dale Royal wurde der Teddy Baer für den im amerikanischen Raum vor allem in den 1960er Jahren durch Truckersongs bekannten Sänger Red Sovine zu dessen größten Hit. Seine erzählenden und weitgehend gesprochen vorgetragenen Titel wie etwa dem Giddy Up Go, Little Joe, Rubber Duck und vor allem Phantom 309 hatten Sovine den Ruf als "King of the Narrations"  eingebracht. Er war damit als Stimme für den "Teddy Baer" prädestiniert, auch wenn er nach Ansicht des Chefs der Plattenfirma Cedarwood, Bill Denny, dafür eigentlich bereits zu alt war. 

Dale Royal, der sich entgegen der Meinung seines Bosses für Sovine als Interpreten für seinen Song entschied, sollte Recht allerdings behalten: Teddy Baer stieg nach seiner Veröffentlichung 1976 bis auf Platz 1 der Billboard Country Charts und brachte Sovine eine Goldene Schallplatte ein.

Bekannt ist das Lied den meisten im deutschsprachigen Raum allerdings eher durch die tränendrüsenstimulierende deutsche Version des aus Österreich stammenden Schlager- und Countrysängers Jonny Hill. Sein Teddybär Eins-Vier erschien 1979, vier Jahre nach dem Original, im Rahmen einer Sammlung von deutschen Versionen bekannter Country-Songs und wurde über die ZDF-Hitparade zum wohl größten Erfolg und Evergreen des Sängers. Kaum jemand konnte die Tränen unterdrücken, wenn Jonny Hill, eigentlich Ferenc Gillming, zu seiner Gitarre die Geschichte von dem kleinen Jungen im Rollstuhl erzählte, der seine Tage damit verbrachte, mit dem CB-Funk seines verstorbenen Vaters LKW-Fahrer anzufunken und damit einen Fahrer erreichte, der ihm den schönsten Tag im Leben bescherte:

    Ja einer nach dem andren fuhr eine Runde mit Teddybär
    18 mal die Straße runter und 18 mal auch rauf
    Ich war ganz als letzter dran und trug ihn auch wieder hinauf
    Ich hab noch nie ein Kind gesehen, dass so restlos glücklich war
    Und seine Augen strahlten, es war einfach wunderbar


Natürlich haben weitere Künstler den Song aufgegriffen und gecovert. In den Niederlanden erschien bereits 1976 eine Version vom Teddy Beer mit niederländischem Text, der es in die dortigen Charts schaffte, und in den Vereinigten Staaten bedienten sich etwa die bekannten Sänger Boxcar Willie und Ferlin Husky an dem Material. Gunter Gabriel coverte 2004 die deutsche Version des Liedes.

Mehr Infos:
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Freitag, 31. Oktober 2025

Back to Mixtape - Do What I Say (Clawfinger)

Wie angekündigt hole ich ein paar ältere Beiträge aus meinem Zweitblog zum Thema: Back to Mitape hierher - hier wäre der nächste, auch dieser nur leicht bearbeitet:

    When I grow up there will be a day
    when everybody has to do what I say

Eingesungen von einem kleinen Jungen mit Superheldenmaske machen diese Worte nachdenklich bis verstörend. Das Lied erschien 1995 auf dem zweiten Album der schwedisch-norwegischen Band Clawfinger mit dem bedeutungsträchtigen Titel Use your Brain.


Die Band positionierte sich bereits durch ihr Debüt Deaf Dumb Blind im Jahr 1993 als Pionierband für den damals gerade beginnenden Crossover-Trend zwischen Rap und Metal und handelten sich mit dem Song Nigger direkt einen handfesten Rassismus-Skandal ein. Das eigentlich anti-rassistisch motivierte Lied wurde, nachdem es auf M-TV und VIVA gelaufen war, scharf kritisiert und der Band wurde eine Nähe zu rechtem Gedankengut  unterstellt. Clawfinger konnerten mit der Veröffentlichung Braindead auf einem Stockholmer Antifa-Sampler und wiesen auf den tatsächlichen Charakter des Nigger-Tracks hin. Kurz darauf erschien The Truth in der Rotation und die Band wurde auch über ihre Heimat hinaus bekannt. Sie tourten mit Bands wie Die Krupps, deren Song To the Hilt von Clawfinger remixed wurde, sowie mit Alice in Chains, Pantera und Anthrax.

Use your Brain erschien zwei Jahre später, 1995, und griff den Stil von seinem Vorgänger ziemlich unverändert wieder auf (böse Zungen sprechen von "keine Weiterentwicklung). Do What I Say wurde neben Pin me down einer der Radio- und Videohits des Albums. Besonders einprägsam brennt sich dabei die eingangs zitierte Zeile ins Hirn, die von den Brüdern Cederic und Sebastian St. Just erst gesungen und später auch geschrien wurden. Stellt sich die Frage, warum sie eigentlich bestimmen wollen, was alle zu tun haben? Das Lied stellt die Konflikte zwischen Eltern und Kindern während der Erziehung dar - das ständige "tu dies, tu das" der Eltern:

    Don't do this don't do that
    Don't you ever talk back
    Don't speak with food in your mouth
    Just keep quiet while the grown ups are talking
    I'm not being mean I'm just being fair
    It's just because I really care
    You know that I love you
    But shut your mouth you just have to do what I say

Laut Wikipedia-Artikel und der darin angegebenen Quelle haben die Musiker den Kindern erzählt, sie hätten ihre Gameboys verkauft, um sie richtig wütend zu machen und die für den Refrain nötige Wut in den Stimmen zu erreichen -hat geklappt.

Clawfinger sind weiterhin - nach ein paar Jahren Pause bis 2017 - aktiv und waren auch 2025 beim Wacken Open Air zu Gast, wo ich sie zum ersten Mal live erleben durfte. Es war eine sehr angenehme Show mit einem hochsympathischen und bescheidenen Zak Tell, der viele Geschichten aus dem (Band)leben wiedergab. Do what I say mit Bandeinspielung des Originalgesangs der Kinder war natürlich neben anderen Klassikern, für mich etwa ihr Biggest & the Best, das Highlight des Auftritts. Nigger wurde dagegen nicht gespielt. 

Dienstag, 28. Oktober 2025

Back to Mixtape - The Healer (John Lee Hooker & Carlos Santana)

Ein Hinweis vorweg: Ich hatte zwischenzeitlich tatsächlich mal einen Zweitblog gestartet, das aber schnell wieder aufgegeben. Das Thema: Back to Mitape - die Vorstellung von Songs, die es auf meine Sammlung von 90-Minuten-Playlists schaffen (was nicht so schwer ist ...). Ich werde diese Texte nun nach und nach hierher holen und dabei nur leicht überarbeiten.

Das Duett The Healer erschien 1989 auf dem gleichnamigen Album von John Lee Hooker als Titel- und Eingangssong. Hooker war zu dem Zeitpunkt 72 Jahre alt und konnte auf ein erfolgreiches Leben als Blues-Gott zurückblicken, der seit den 1940er Jahren den Delta Blues (Blues aus dem Mississippi-Delta) stark mitprägte. Der als Gitarrist bekannte Carlos Santana war einer der Gastmusiker auf dem Album.

Hooker veröffentlichte 1948 seine ersten Singles und konnte mit Boogie Chillen' direkt einen Bluesklassiker und No-1-Hit der Billboard-R&B-Charts landen, seitdem folgten Single auf Single und seit 1959 Album auf Album. I'm in the Mood von 1951, auf dem 1989er-Album The Healer in einer grammy-prämierten Version mit Bonnie Raitt enthalten, wurde ebenfalls zu einem Millionenseller, und so produzierte er einen Blueshit nach dem anderen. Über seine über 50 Jahre andauernden Karriere hat er wahrscheinlich mehr als 500 Songs geschrieben und gesungen und dabei seinen Stil immer neu entwickelt. 1980 wurde er entsprechend in die Blues Hall of Fame aufgenommen, 1991 aufgrund seines Einflusses auf Bluesrockbands wie The Rolling Stones, The Yardbirds, The Animals und viele andere zusätzlich in die Rock'n Roll Hall of Fame. Ebenfalls 1980 hatte er Gatsauftritte in dem Kultfilm Blues Brothers und spielte dort seine Songs Boom Boom und Boogie Chillen'.

Trotz dieser Erfolge war das Album The Healer meine Erstbegnung mit John Lee Hooker. Er hatte sich hier mit mehreren Gastmusikern zusammengetan, um einige Klassiker und neue Songs aufzunehmen. The Healer spielte er gemeinsam mit Carlos Santana, I'm in the Mood mit Bonnie Riatt. Zudem lieferten Canned Heat, Los Lobos, George Thorogood und Charlie Musselwhite Duette auf dem Album mit Hooker, der das Album mit weiteren Titeln zu einem unheimlich intensiven Gesamtwerk abrundete.


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Montag, 27. Oktober 2025

Heddinghoven

Der morgendliche Herbstnebel liegt auf den Feldern um Lechenich und hüllt auch die Grabsteine und die alte Kapelle auf dem Friedhof von Heddinghoven ein. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, man kann ihren Aufstieg jedoch bereits erahnen. Die Fledermäuse sind bereits in ihre Quartiere in den hohen Bäumen um die Gräber, dem Dach der Kapelle oder dem nahen Gebäude der alten Weltersmühle zurückgekehrt. Der alte Friedhof vor den Toren von Lechenich scheint ruhig - die huschenden Gestalten im Nebel unsichtbar.

Friedhofskapelle Heddinghoven (eigenes Bild, CC-by-sa 4.0)

Bereits seit dem 12. Jahrhundert befand sich hier die alte Pfarrkirche von Konradsheim, heute als Friedhofskapelle genutzt, und damals wurden auf ihrem Kirchhof die Leichen der Toten von Blessem und Konradsheim beerdigt. Als 1795 die Bestattung der Lechenicher Toten im Kirchhof von St. Kilian per Erlass der Franzosen verboten wurde, kamen sie ebenfalls hierher und das Gelände an seine Grenzen; es musste 1819 vergrößert werden. In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts wütete im Rheinland eine verhängnisvolle Pockenepidemie und vor allem viele Kinder starben. Erst mit den Anfängen der Schutzimpfung um 1801 – durchgeführt von Ärzten wie Reumont in Aachen – kam eine zaghafte Hoffnung auf ein Ende des Fluchs in die Dörfer links des Rheins. Einige Jahre später, um 1813 bis 1814, wurde das Rheinland von einem erneuten Grauen heimgesucht: dem Fleckfieber, auch „Typhus von Mainz“ genannt. Auf dem Gelände wurden in diesen Jahrzehnten zeitweise so viele Leichen zu Grabe getragen, dass die regulären Ruhezeiten der älteren Gräber nicht mehr eingehalten werden konnten und die Körper nicht mal mehr genug Zeit hatten, vor einer Neubelegung eines Grabes ordentlich zu verwesen. Manche Gräber wurden kaum geschlossen, bevor sie wieder geöffnet werden mussten, und nicht selten wurden die Kinder in derselben noch frischen Erde begraben wie ihre Eltern. Es hieß, dass die Erde damals so voll war, dass die Seelen hier keinen Platz mehr fanden. Einige Kinder standen wieder auf, so sagte man – nicht, weil sie leben wollten, sondern weil die Erde ihnen keine Ruhe gewährte.


Heute hat man diese Zeiten vergessen. Der Friedhof wurde mehrfach vergrößert und modernisiert, Spuren des alten Kirchhofs oder Grabstellen dieser Zeit sucht man selbst in der direkten Umgebung der Kapelle vergebens. Nur wer alte Chroniken liest oder den Geschichten lauschte, weiß, dass hier einst in kurzer Folge so viele Kinder und Erwachsene beigesetzt wurden, dass die Erde kaum nachkam, sie aufzunehmen. Doch wer auch heute noch im frühen Herbstnebel zwischen den Gräbern geht, spürt manchmal Schritte dicht hinter sich oder hört leises Wispern – dreht man sich um, ist niemand da. Fast glaubt man, dass man leises Kinderflüstern hört und kleine huschende Schatten erahnt, die wie die Fledermäuse zwischen den Bäumen flattern. Einige Nachbarn erzählen, dass es besonders in Nächten ohne Mond unheimlich still wird. Dann verstummen sogar die Käuze und wer sich zu lange im Nebel aufhält, hat das Gefühl, nicht lange allein zu sein. Manche schwören, dass zwischen den Gräbern kleine Gestalten herumhuschen – zu groß für Fledermäuse, zu leicht für Menschen.

In einer jener Herbstnächte, als der Nebel selbst die Mauern der Kapelle verschluckte, schwor ein junger Mann aus Lechenich, er habe beim Durchqueren des Geländes nach durchzechter Nacht eine Bewegung zwischen den Gräbern gesehen. Zuerst hielt er es für eine Fledermaus, dann für einen Hund. Doch was sich dort regte, war kleiner, schemenhaft – wie ein Kind, das gebückt über die Steine huschte. Er blieb stehen, rief, doch die Gestalt antwortete nicht. Stattdessen waren plötzlich mehrere Schatten da, drei, vier, fünf – blass im Nebel, mit Augen dunkel wie die Erde. Sie bewegten sich nicht auf ihn zu, sondern kreisten ihn ein, langsam und fast lautlos. Nur das Rascheln ihrer Schritte im nebelfeuchten Laub war zu hören, wie ein fremder Rhythmus. Da spürte er einen Hauch im Nacken und als er sich umdrehte, stand dicht hinter ihm ein Mädchen, sehr jung und sehr bleich und mit einem Ausdruck im Gesicht, der nicht kindlich war. Er wollte schreien, doch in diesem Moment öffnete sie den Mund – mit Zähnen, lang und spitz wie Dornen. Am nächsten Morgen fanden ihn Spaziergänger am Tor des Friedhofs, bewusstlos und die Haut eiskalt. An seinem Hals hatte er einige winzige Verletzungen, kaum größer als Stiche einer Mücke, die nicht mehr verschwanden – sein Gesicht ist seither so blass wie das der Kinder, die er zwischen den Gräbern sah, und er wirkt noch heute schwach und kränkelnd; doch niemand glaubte ihm seine Geschichte. Und doch: Vielleicht fanden die Seelen der Kinder der Seuchenjahre vor über 200 Jahren nie wirklich Frieden. Vielleicht streifen sie auch heute noch als Hungernde durch den Nebel und suchen Wärme, Blut und Atem. Normalerweise laben sie sich vielleicht an den Tieren der Nacht, doch wer nächtens in Heddinghoven Schritte hinter sich hört, sollte niemals stehen bleiben. Denn was folgt, gehört vielleicht längst nicht mehr zu den Lebenden.



Auch hierzu ein paar Hintergründe. Beim Blogbeitrag zum Hörtert schrieb ich, dass ich mich mit kreativem Schreiben befassen möchte und im Wintersemester 2015 einen entsprechenden Kurs bei der wunderbaren Vera Gercke belegt habe. In ihrem Blog hat sie viele gute Tipps zum Schreiben gesammelt, sich da mal reinzulesen, lohnt auf jeden Fall

Viel ist seitdem in der Richtung bei mir allerdings nicht geschehen - wird also mal wieder Zeit. Diese Geschichte entstand in Vorbereitung der diesjährigen Halloween-Lesung der Szene 93 als eine von mehreren Ideen - schlussendlich habe ich mich jedoch für eine andere Geschichte entschieden, die wahrscheinlich nach der Veranstaltung auch hier erscheinen wird.

Kein Tabula rasa ...

... aber doch ein Neustart.

Seit 2016 ist es hier nun sehr ruhig und auch die Jahre davor kamen nur sporadisch ein paar Artikelchen hinzu. Über die Zeit vergaß auch ich als Betreiber nach und nach, was ich hier an Texten gesammelt habe - ich weiß auch jetzt nur noch teilweise, was sich hier in den Tiefen des Blogs noch verbirgt. Wahrscheinlich findet sich die ein oder andere Unsinnigkeit, vielleicht sind aber auch ein paar gute Texte darunter.

Ich glaube, ich werde den Blog doch nochmal reaktivieren, denn gerade zu Zeiten von KI und Fake News maxht es wahrscheinlich einen Unterschied, wenn man eigene Texte veröffentlicht und zur Verfügung stellt - eigene Gedanken, die einem Absender zugeordnet werden können.

Was kommt, bleibt abzuwarten ...

Mittwoch, 30. März 2016

So much zum Schreiben, so wenig time - eine Antwort

Der Southpark macht es vor und legt eine Liste in seinem Blog ab mit all den schönen Themen, über die man schreiben könnte, wenn man nur die Zeit hätte. Dabei hat er die wohl - immerhin betreut er mehrere Blogs, schreibt in der Wikipedia über Äpfel, Barbecue und Whisk(e)y und betreut dort nicht nur WikiWedding, hält Vorträge über das Trollen usw. ...

Nun, wie sähe meine Liste aus? Was könnte ich alles schreiben, wenn ich neben 8h-Job, Familie und anderen Hobbies, etwa schlafen, doch noch Zeit und Energie dafür hätte? Was sollte ich vielleicht einfach mal schreiben - hier eine Liste, natürlich unvollständig ...

* eine vollständige Liste der Dinge, die man schreiben könnte
* noch mehr Artikel zu Hörnchen in der Wikipedia (es fehlen noch etwa 100)
* noch mehr Artikel zu Würfel-, Karten-, Domino-, Brettspielen - wäre eigentlich auch mal einen eigenen Blog wert ...
* und wo wir beim Blog sind: es gibt noch keinen brauchbaren Hörnchenblog
* oder überhaupt mal wieder Blogartikel ....
* eine vollständige Geschichte zu Hörtert, dem ausserirdischen Besucher der untergegangenen Welt
* einen fetten Rant auf das Kategoriensystem der Wikipedia, das Universum, den Fisch und den ganzen Rest
* eine Netzgeschichte wie früher bei den Besuchen bei der Zauberfee oder dem Drachental
* eine gute Gespenstergeschichte, eine Kindergeschichte und einen Splatter-Roman
* die schon lange in meinem Kopf  herumspukende Anthologie "Suizid-Geschichten"
* eine Geschichte über Motorradrennen (wobei ich weder Ahnung von Motorrädern noch von Rennen habe)
* eine Zusammenfassung von Fluchtgeschichten, angelehnt an den Darstellungen neuer Freunde und Nachbarn in Deutschland
* einen (oder viele) Anträge zur Aufnahme von Gebäuden, Friedhöfen, Schleusen und anderem in die Denkmallisten verschiedener Städte und Gemeinden
* einen Artikel zur Nasenflora
* eine Doktorarbeit (Thema egal, Fach egal)
* einen Liebesbrief an meine Frau und meine Kinder ....

... ich denke, das reicht doch erstmal für den Anfang. Den Staffelstab gebe ich übrigens gern weiter an andere Blogger (falls dies jemand liest, der zufällig auch einen noch nicht aus Zeitmangel eingestellten Blog betreibt ....)

P.S.: In den nächsten Tagen kommen sicher ncoh ein paar Nachträge ....

Donnerstag, 25. Februar 2016

Hörtert

Gelb ist es hier, wie zu Hause. Der Boden krümelig, heiss, staubig - und in seinem Bordsystem hatte Hörtert gelesen, dass die Erdenwesen die Krümel als "Sand" bezeichneten. Diese Wesen, die schon vor langer Zeit als ausgestorben betrachtet wurden und von denen in den letzten 30 Gelbmondjahren, also den letzten 300 Erdenjahren, kein lebendes Exemplar gesichtet wurde.

Hörtert
(vom kellerkind, CC-by-sa)
http://mondgeschichten.antville.org/
Hörtert hüpft weiter, nähert sich den großen Pyramiden, die wohl von Erdenwesenhand geschaffen wurden, und blickt sich um. Er schnorchelt in sein Kommunikationsdreieck und lauscht, ob sein Kommandant antwortet ... Stille. War er noch immer nicht aufgewacht? Hörtert schaut sich um auf dem Planeten, der so viel älter war als sein gelber Mond, auf dem er mit seinen 22 Gelbmondjahren eines der ältesten Wesen war. Überall Sand, gelber Sand - doch plötzlich ein Glitzern. Wieder schnorchelt er in einen Kommunikator, grunzt und fiepst, und steckt seine Hand mit seinen kurzen Fingern in den Mund. Dann hüpft er zu dem Ding im Sand und nimmt es in die Hand. Es ist eine kleine glänzende Scheibe und nachdem er sie an den Detektor an seiner Schulter geführt hat, weiß er, dass sie aus Silber ist. Silber gibt es auf seinem Mond nicht, aber er hatte davon gehört und in seinem Schiff wurde das Material, das auf irgendeinem fernen Planeten abgebaut wurde, auch verarbeitet.

Hörtert ist neugierig ... er fiepst in den Kommunikator und steckt erneut die Hand in den Mund. Zum ersten Mal grunzt das Gerät auf seiner Schulter zurück und vor Schreck wird Hörtert ganz blau. Er betrachtet das Plättchen in seiner Hand weiter und sieht, dass sich darauf Bilder befinden - Bilder von Erdenwesen. Er hatte also einen archäologischen Fund in der Hand, genau wie er es bei der Wahl seines Zielortes gehofft hatte. Wieder gibt er Bericht, wieder wandert die Hand in den Mund - und auch diesmal gibt es ein Grunzen als Antwort.

Noch immer fragt sich Hörtert, was die Erdenwesen wohl mit der Scheibe gemacht haben. Plättchen ähnlicher Art wurden auf dem gelben Mond aus einem Gestein gefertigt und konnten auf die Augen gelegt werden, wenn man ausruhen wollte und der immer strahlende Orion abgedunkelt werden sollte. Ob die Erdenwesen das auch so gemacht haben? Aber warum dann die Bilder? Er schaut genau hin und erkennt auf der einen Seite einen Kopf, wie er ihn aus seinen Bilddateien kennt. Auf der andreen Seite befindet sich eine sitzende Figur, aus deren Hand ein geflügeltes Wesen aufsteigt. Nein, Augenaufleger sind das nicht. Wieder fiepst er in den Kommunikator, wieder die Hand in den Mund.

Die Neugierde steigt und Hörtert trippelt unentwegt auf dem Boden, wechselt mittlerweile regenbogenartig die Farbe - wenn er zu sehr nachdenkt, kann er sich nicht kontrollieren - und dreht die Scheibe in der Hand. Er legt sie sich auf die Lippen, befühlt sie, grunzt, pfeift und fiept wieder in den Kommunikator. Plötzlich grunzt es sehr laut aus dem Gerät und Hörtert erschrickt, wirft dabei die Scheibe in die Luft und sieht, wie sie sich dreht und das Sonnenlicht reflektiert und ihn dadurch blendet. Er nimmt sie erneut in die Hand, hält sie in die Sonne und richtet den reflektierten Strahl auf den Boden vor ihm, wo er eine helle Fläche hinterlässt.

Nun weiß er, dass er einen primitiven Spiegel in der Hand hält, der Licht leiten sollte. Er hätte mehr erwartet von den Erdenwesen, die so viel Zeit hatten und offensichtlich nur solch primitiven Werkzeuge nutzten. Mit dieser Erkenntnis geht Hörtert zurück zu seinem Schiff, um Ausschau zu halten nach einer zivilisierteren Welt.


Der verwunderte Leser dieses Beitrages wird sich fargen: Was hat er auf sich mit Hörtert und dieser Geschichte? Warum schreibt Herr R. und warum schreibt er so etwas?

Zur Erklärung: Seit dem Wintersemester 2015 besuche ich einen Kurs für kreatives Schreiben - ich, der ich ansonsten eigentlich nur enzyklopädisch-lexikalische Texte formuliere oder beruflich Anträge, Berichte und ähnliches zusammenschreiben muss. Hörtert ist nun ein Ergebnis des letzten Kurstage - er wurde geschaffen von den Kursteilnehmern und die Aufgabe, ihn bei einem Besuch auf der Erde mit einem ihm unbekannten Gegenstand zu konfrontieren, musste in knapp über 20 Minuten bewerkstelligt werden - das Ergebnis ist die obige Geschichte.

Danke an Anneke für das coole Bild von Hörtert, dass sie anhand meiner Beschreibung erstellt und mir zur Verfügung gestellt hat. ;) Anneke schreibt übrigens auf http://mondgeschichten.antville.org/

Montag, 30. Juni 2014

Loudwire - Wikipedia: Fact or Fiction?

Bock auf eine richtig coole Serie zur Wikipedia UND Heavy Metal?

Dann solltet ihr mal bei dem Online-Magazin Loudwire reinschauen. Loudwire? - Ja, das Online-Magazin beschäftigt sich mit den härteren Musikrichtungen und hat eine Interviewserie namens "Wikipedia: Fact or Fiction?"ins Leben gerufen. Initiator der Serie ist Graham Hartmann, der nach eigenen Angaben musiksüchtig ist und offenbar auch ein Faible für Wikipedia-Artikel hat. In loser Reihe interviewt er Musiker aus der Hardrock-, Punk- und Metalszene und stellt Ihnen zu Inhalten, die er in den jeweiligen Wikipedia-Artikeln der Musiker gefunden hat, die immer gleiche Frage: Fact or Fiction?

Ville Valo (Bild: Tuomas Vitikainen, CC-by-sa 3.0)

Was kommt etwa dabei heraus, wenn beispielsweise Ville Valo, der Sänger von HIM, gefragt wird, ob er tatsächlich als Jugendlicher im Sex-Shop seines Vaters gearbeitet hat, er tatsächlich vier täwierte Herzen auf seinem Körper trägt und ob er das von ihm entwickelte Heartagram wirklich nicht urheberrechtlich geschützt hat.

Oder wurde Phil Anselmo, bekannt etwa von den Bands Pantera und Down, wirklich mit dem Zweitnamen "Hansen" geboren und hat die Schule abgebrochen? Und wie viel ist dran an dem italienischen Imbiss seines Vaters, der nach ihm "Anselmo's" genannt wurde und nach dem Hurrican Katrina geschlossen werden musste oder an dem Feuerchen, dass Phil mit 14 legte, um seine Schwester zu erschrecken und mit dem er das Haus abfackelte? Auch KISS-Legende Ace Frehley wurde von Hartmann interviewt und erklärt zum Beispiel seine Idee von einem Headset mit einem Aufsatz, aus dem ein Laserstrahl kommt und der Profi-Wrestler Chris Jericho stellt klar, ob er wirklich für seine Leistungen in seinem Journalismus-Studium mit "top honors" ausgezeichnet wurde.

Noch Fragen? - Mal ganz offen: Zieht euch das rein - sehr geile Interviews, und vor allem für Metalheads und Wikipedia-Nerds (oder beiden Personalunion) absolut zu empfehlen!

Ihr findet neben den genannten noch Interviews mit der Band Whitechapel, den Legenden von Judas Priest, Mikael Akerfeldt von der Band Opeth, Tom Keifer von Cinderella, Scott Ian und Frank Bello von Anthrax, David Ellefson von Megadeth, Taylor Momsen von der Mädelsband Pretty Reckless, A Day to Remember, dem vor kurzem verstorbenen Oderus Ungurs von Gwar, Lita Ford, den Walking Papers, Davey Havok von AFI und Korn.

Ich frage mich ernsthaft, wie diese Serie bisher unbemerkt an mir vorbeigehen konnte ...

Eröffnung des Lokal K als erster Communistützpunkt der Wikipedia

Am letzten Samstag eröffnete das Lokal K in Köln als erster Community-Stützpunkt für Wikipedianer und andere Comminitys rund um das freie Wissen. Und da das andere bereits beschreiben habe verweise ich hier nur kurz auf Vorhandenes:

* Ein Blogbeitrag von elya zur Eröffnung
* Ein podcast von DroidBoy
* die am Eröffnungstag gestartete facebook-Seite
* die Wikipedia-Seite mit Kalender und Kurz-Blog
* die am Samstag neu angelegte WikiData-Seite
* der twitter-Account

(Bild: Geolina163, CC-by-sa- 3.0)


Bei uns kommt Lemmy

  Ich möchte euch etwas erzählen – über uns, also über mich und meine Familie und über unsere Weihnachtszeit. Ihr kennt diese Zeit im Jahr j...